Sinnfreier Umweltschutz

Sinnfreier Umweltschutz

Vorsätze zum Umweltschutz sind auch hier im Haushalt vorhanden. Wobei sowohl meine Frau als auch ich den Verzicht auf ein Auto als ziemlich relevanten Teil unseres Beitrages zum Umweltschutz betrachten. Ebenso trennen wir artig unseren Müll und versuchen so gut es geht, Müll zu vermeiden.

Manchmal geht es aber leider nicht. In meiner idealen Welt würde man zurück kehren zu Verkauf von Waren, wie er früher üblich war. Nicht verpackt, sondern lose. Reis, Nudeln, die Wurst an der Fleischtheke — und noch viel mehr könnte vom Personal in mitgebrachte Behälter des Kunden gefüllt werden. Es besteht zudem kein Grund, so was wie Gurken in Folie einzuschweißen.

eliasfalla / Pixabay

Von einer idealen Welt sind wir noch weit entfernt (und werden es wohl auch immer sein). Manchmal ist an sich überflüssiger Müll auch mit einem Stück Luxus verbunden. So verhält es auch mit unserem Kaffee, beziehungsweise einem Teil des Kaffees, den wir trinken. Ja, wir haben zu Hause eine Nespresso-Maschine. Darüber habe ich auch schon an der einen oder anderen Stelle hier im Blog geschrieben, auch darüber, dass ich den Preis für die Kapseln für vertretbar halte. Die Kapseln selber sind aus Aluminium und das führt zu einer ganz anderen Diskussion.

Die Verwendung von Aluminium ist bedenklich, machen wir uns nichts vor. Die Gewinnung und Herstellung ist aufwendig, energieintensiv und eine ziemlich Sauerei für die Umwelt. Eine gesundheitlichen Komponente scheint es auch noch zu geben, der Einsatz von Aluminium in der Medizin ist zudem fragwürdig.

Wie dem auch sei, die Kapseln sind nur mal aus dem Material. Ob sie aus Kunststoff besser wären, sei dahingestellt. Gar keine Kapseln, das wäre wohl die einzige Lösung, oder?

Wie schon bei den Pad-Maschinen so sind auch bei Nespresso einige Menschenauf die Idee gekommen, ein wieder befüllbares System zu entwickeln. So gibt es für den kleinen Geldbeutel ein 3-er Set mit wiederverwendbare Nespresso Kapseln aus Kunstoff oder aber die Edel-Variante. Das Barista-Set mit einer Kapsel aus Metall. Wirklich hübsch anzusehen. Mehr aber auch nicht. Auch wenn die Umweltbilanz wirklich gut aussieht für diese eine Kapsel und geschmacklich auch kaum Abstriche gemacht werden müssen, praktisch ist was komplett anderes.

So verwenden wir zum Beispiel an normalen Arbeitstagen, verbunden mit frühem Aufstehen, die Nespresso aus Gründen der Bequemlichkeit. Anschalten, Kapsel rein, Knopf drücken, Kaffee trinken und wach werden. In so einer selbst befüllbare Kapsel muss der Kaffee erstmal rein. Wer auch nur ansatzweise etwas mit dem Begriff „Barista“ anfangen kann, weiß, dass man dazu Bohnen besser selber malen sollte. Kaffee oxidiert nämlich recht schnell in Verbindung mit Sauerstoff. Ein Grund, warum mir geschmacklich die Pad-Lösung garnicht liegt.

Stellen wir uns mal das Barista-Set in der Praxis vor. Zwei Leute am frühen Morgen trinken beide jeweils zwei Tassen Kaffee. Der muss gemahlen werden. Anschließend wird eine Kapsel befüllt, Kaffee mit Hilfe der Nespresso gemacht und die Kapsel ausgespült, getrocknet und neu befüllt für die zweite Tasse Kaffee. Willkommen im Wolkenkuckucksheim. Dann doch lieber Pulver-Kaffee aus dem Glas. Geschmacklich ein erheblicher Unterschied, aber zumindest deutlich schneller bei der Coffein-Zufuhr.

Nein, ich will meinen Kaffee nicht selber drehen, ähm die Kapseln eigenhändig befüllen. Ob das Ganze der Maschine gut tut, ist dabei nur zweitrangig. Das Handling selber ist einfach das Ausschlusskriterium. Sollte es mal einen wirklich kompakten und leicht zu reinigenden Vollautomaten geben, der es mit unserer Pixie aufnehmen kann, würde er diese ersetzen. Solange aber bleiben wir bei den Kapseln.

5 Replies to “Sinnfreier Umweltschutz”

  1. Die Gurken im Aldi sind eingeschweißt, damit man sie als Biogurken erkennt. Nun ja :)

    Würde ich Kaffee trinken, hätte ich auch so eine umweltschädigende Maschine. Für Tee gibt es ja auch mittlerweile Kapseln, aber da siegt noch der alte Teebeutel. Für losen Tee bin ich meistens zu faul….

    1. Das mit den Tee-Kapseln ist so was, was sich mir vom Sinn her nicht erschließt. Es gibt doch Teebeutel. Und beim Tee brauch ich auch keine Crema ;-)

  2. Die gleichen Überlegungen gab es bei uns auch immer wieder – als die Maschine murren machte haben wir sie vor fast zwei Jahren gegen diese ( http://amzn.to/28JHGGt ) getauscht.

    Nicht ganz so leise, aber mit dem richtigen Grundstoff noch leckerer.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren