Season 5.5

Season 5.5

Über die Serie Game of Thrones wurde und wird viel geschrieben. Oft genug zu viel, so dass Fans, die den aktuellen Folgen hinterher hinken, in Spoiler-Fallen tappen. Solches ist hier nicht zu erwarten. Da ich selber empfindlich reagiere, möchte ich an dieser Stelle niemanden des Vergnügens berauben.

Trotzdem werde machen es die beiden letzten Folgen der aktuellen sechsten Staffel es geradezu notwendig, ein paar Anmerkungen loszuwerden. Die Überschrift bringt es dabei im Grunde auf den Punkt. Zumindest ich habe den Eindruck, momentan nicht die sechste Staffel, sondern Stafel fünfeinhalb zu sehen.

wilhei / Pixabay

Natürlich ist mir bewusst, dass es momentan noch keinen sechsten Band von“A Song of Ice and Fire“ gibt, auf dem die Serie basieren könnte. George R. R. Martin schreibt nicht so schnell wie die Serie gedreht wird. Sie greift daher vor. Aber eben leider nicht wirklich.

Sicher, es gibt ein paar überraschende und neue Entwicklungen. Leser der Bücher jedoch werden allerdings ebenfalls auch Handlungen und Ereignisse wiedererkennen, die aus Band fünf (englische Zählung) stammen. Sicher, in der Verfilmung sind einige Dinge anders als in der Romanvorlage. Das aber die zeitliche Abfolge zum Teil grob durcheinander gebracht wird, wirkt zunehmen zerstörend. So gab es die Belagerung von Schnellwasser bereits längst. Es drängt sich der Eindruck auf, die aktuelle Staffel würde mit Füllmaterial und Nebenhandlungen aufgeblasen, weil einem der Stoff ausgegangen ist — was ja auch zutrifft.

Bis zum Ende der sechsten Staffeln sind es nur noch drei Folgen. Eine Menge Handlungsstränge werfen derzeit offene Fragen auf, vieles liegt in der Schwebe. Hier ist zu befürchten, dass dies andauernd wird und erst die siebte Staffel die erhofften Antworten bringt. Wenn es bei dem Tempo der Verfilmung bleibt, heisst dass: in einem Jahr. Bis dahin sollte Martin mit dem sechsten Band fertig sein. Einen siebten wird es aber noch nicht geben. Ein Dilemma. Die nächste Staffel wird wohl eher das aus Band sechs aufgreifen, was noch nicht verfilmt wurde.

Am Rande noch ein kleiner Tipp zur Überbrückung der Wartezeit. Nach dem ich mich durch die gesamten zehn Bände von „Das Lied von Eis und Feuer“ gefressen habe, bin ich fast durch mit dem ersten Band eines anderen Epos. Die Kritiken zu „Wildcards“ sind extrem unterschiedlich. Manche Leserinnen und Leser waren regelrecht enttäuscht. Ganz ehrlich, ich finde das Buch großartig. Es packt von der ersten Seite an, die Handlung ist aktuelle, die unterschiedlichen Fäden ergänzen sich. Gerade weil die einzelnen Kapitel von unterschiedlichen Autoren geschrieben wurden, wirkt jede der Perspektiven stimmig, da sie wirklich einen eigenen Sound hat. „Wildcards“ ist eine rasante Fahrt und man muss beim lesen aufpassen, nicht die Welt um einen herum zu vergessen — und Haltestellen zu verpassen. Als wichtige Info dazu vielleicht noch der Hinweis, dass „Inside Straight“ so der Originaltitel von „Wild Cards – Das Spiel der Spiele“ Band 13 der Serie ist. Ein Neubeginn mit neuen Helden. Wusste ich beim Kauf des Buches nicht, stört aber auch in feinster Weise.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren