Gott ist in den kleinen Dingen

Gott ist in den kleinen Dingen

Gestern schrieb die t3n über ein neues Projekt der Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO). Bis zum evangelischen Kirchentag 2017, welcher in Berlin stattfinden wird, sollen die evangelischen Kirchen in der Region mit kostenlosen WLAN-Hotspots ausgestattet werden. Das Projekt nennt sich „godspot“.

Um das WLAN nutzen zu können, muss man sich nicht anmelden, wir aber zu Beginn auf eine Seite geleitet, die wie es heisst „Informationen zum Gebäude und zur Gemeinde sowie zu den Themen Glaube und Leben“ enthält. Ganz ehrlich, mir gefällt die Idee. Die Menschen dort abholen, wo sie stehen. Das ist nicht nur pädagogisch, sondern generell eine gute Idee. Gott ist in den kleinen Dingen, auch im WLAN.

falco / Pixabay

Der Kirchentag 2017 ist darüber hinaus ein Stichwort für ein weiteres Thema, denn der Kirchentag steht im Schatten eines großen Ereignisses. Nein, eigentlich steht er nicht im Schatten, sondern soll das Ereignis begleiten. 2017 ist das Jahr des Reformationsjubiläums. Seit 500 Jahren gibt es den Protestantismus, der auf Martin Luther fusst. Diese Woche stellte die Süddeutsche Zeitung die berechtigte Frage, ob man denn jemanden wie Luther überhaupt feiern dürfe. Schließlich, so der Hinweis, sei Luther jemand gewesen, der anderen Religionen, besonders dem Judentum und dem Islam, sehr feindlich gegenüber stand. Ja, man kann ihn sogar als Antisemiten bezeichnen. Kein leichtes Erbe für die evangelische Kirche.

Einer meiner Lieblingssprüche ist häufig „Gott sei Dank bin ich evangelisch!“ — ich für meinen Teil bin ganz froh, dass es Martin Luther gegeben und die Reformation gab. Vermutlich ist es so, dass man Person und Werk zum Teil voneinander trennen muss. Genau so, wie man die Oper „Der Ring des Nibelungen“ genießen kann, obwohl auch Wagner ein Antisemit war.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren