Git meets WordPress

Git meets WordPress

Für das Leben gibt es keine Option, an eine bestimmte Stelle zurück zu springen. Oder einfach eine Verzweigung ausprobieren und die besten Erfahrungen in das eigentliche Leben zu integrieren. Ferner gibt es auch nicht die Möglichkeit, in einer Art Sandkasten Dinge ausprobieren, die möglicherweise schief gehen können.

Heute ist einer dieser Tage, die ich gerne um einige Stunden zurückspulen würde, wenn es denn ginge. Entweder habe ich gestern etwas falsches gegessen, mich im Schlaf verkrampft oder mir irgendetwas eingefangen — letzteres dann wohl schon ein paar Tagen. Jedenfalls, mein Magen führt einen mir unbekannten Tanz auf und ich verbringe mehr Zeit sitzend woanders als am Schreibtisch. Der Samstag hat mir wesentlich besser gefallen. Zudem, wenn es mir nicht gut geht, wechsle ich immer in den Modus „wehleidig“ — Momente wo man dankbar ist, mit einer geduldigen Frau verheiratet zu sein.

VersionPress im Einsatz
VersionPress im Einsatz

Auch wenn einige Dinge schneller fließen und andere, zum Beispiel meine Gedanken, deutlich langsamer als sonst, schaffe ich es natürlich nicht, einfach auf dem Sofa zu liegen und zu ruhen. Mir wird bei so was einfach schnell langweilig. Vor allem deshalb langweilig, weil mir tausende Sachen durch den Kopf gehen, die ich gerade machen würde, möchte, will. An den Schreibtisch geschleppt sitze ich seit heute morgen an einer neuen WordPress Installation und probiere verschieden Themes und Plugins aus. Selbst im gesunden Zustand ist das anstrengend, denn eher früher als später sieht die WordPress Installation alles andere als frisch aus. Deinstallierte Plugins hinterlassen immer irgendwelche Reste in der Datenbank, so meine Erfahrung.

Die übliche Prozedur bestand bei mir lange Zeit daraus, lokale einfach WordPress komplett neu zu installieren. Auf Dauer nervt so was aber. Erst vor wenigen Wochen stolperte ich über ein recht nützliches Plugin namens „WordPress Reset“, mit dem sich die Datenbank von WordPress quasi in den Auslieferungszustand versetzen lässt. Allerdings muss man das Plugin dann vor der nächsten Verwendung wieder aktivieren. Zudem bleiben alle hochgeladenen Themes und Plugins so wie andere Dateien erhalten. Es wird eben nur die Datenbank auf den Anfangszustand gesetzt.

Praktischerweise, damit sind wir dann wieder bei der Einleitung, gibt es eine deutlich elegantere Methode. Mit Versionskontrolle habe ich mich schon früher beschäftigt. Im Zusammenhang mit schreiben von Texten (das WordPress Buch …) und bei der Arbeit an einem bestimmten Plugin. Es ist jedoch lange her, dass ich Subversion genutzt habe und inzwischen gibt es ganz neue Spieler auf dem Feld der Versionierung. Platzhirsch, wenn man das so sagen darf, dürfte wohl Git sein.

Bisher hatte ich die Entwicklung eines Git-Plugins für WordPress überhaupt nicht auf meinem Schirm. Erst ein Artikel Ende der Woche machte mich auf VersionPress aufmerksam. Da bei meinem Provider auch Git vorhanden ist, stand der Nutzung nichts im Weg, eine Domain hatte ich noch auf Vorrat so dass ich seit Freitag Nachmittag einen Spielplatz habe, um mit VersionPress zu experimentieren. Selbst mit Version 3 wird VP immer noch als in der „Early Access phase“ bezeichnet. Bei Live-Systemen sollte man also immer ein Backup für den Notfall zu Hand haben.

Die ersten Schritte waren bisher recht vielversprechend. Zwar fehlen mir noch ein paar Dinge, wie zum Beispiel Tags oder die Möglichkeit, eine Beschreibung zu editieren. Möglich ist das bisher nur über die Shell, zum Beispiel mittels
git commit –amend -m „New and correct message“
Ganz praktisch, wenn man eine kleine Gedankenstütze braucht, zu welcher Version man immer wieder zurück kehren kann, um eine nicht ganz leere WordPress Installation als Ausgangspunkt für Experimente zu verwenden.

Ich für meinen Teil werde die Weiterentwicklung von VersionPress definitiv weiterverfolgen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren