Spoiler aus München

Spoiler aus München

Ein kurze Woche Dank Feiertag, herrliches Wetter zum wandern, die neue Staffel von Game of Thrones ist gestartet — eigentlich könnte das Leben so schön sein. Aber mit GoT beginnen die Probleme, die man ohne diese Serie nicht hätte.

Sicher lässt sich nachvollziehen, dass nicht allen die Story gefällt oder die Art, wie die Serie aufgebaut ist. Die Unterschiede zum Buch sind deutlich, die Handlungsfäden etwas verwirrend. Gerade in der ersten Folge der sechsten Staffel gab es mehr oder weniger nur Anreißer zu den einzelnen Hauptpersonen.

WikimediaImages / Pixabay

Nun denn, ich mag GoT. Was ich nicht mag, wenn mir meine Lieblingszeitung aus Süddeutschland die Spannung vermiest. Die SZ hat für so was, wie ich aus bitterer Erfahrung (eine Rezension enthielt das Buchende von „Letzte Nacht in Twisted River“) lernte, ein Händchen. Bei Game of Thrones steigt die Sz sogar in die Niederungen der Hofberichterstattung herab. So jedenfalls ließe sich beschreibe, was sich die Süddeutsche Zeitung in Bezug auf eine (wenn auch sehr erfolgreiche) Serie leistet. Letzte Woche Mittwoch ein umfassender Artikel zu ersten Folge. Zwar ohne Spoiler, aber mit einem geschmacklosen Wink mit dem Zaunpfahl hinsichtlich des Endes der Folge.

Dann, in der Ausgabe von diesem Mittwoch ein Artikel mit der Überschrift „Spoil“. Es ging um GoT und den Fußballprofi Mario Götze (kenne ich nicht), der angeblich Details aus der zweiten Folge verraten habe und dafür mit Mißfallen überschüttet wurde.

„Das gehört sich einfach nicht.“ — also das Spoilern — schrieb die SZ. Wer so was schreibt, sollte sich lieber an die eigene Nase packen. Zumindest auf der Webseite der SZ gab es am Dienstag den umfangreichen Artikel „Das passiert in Episode zwei“. Eine vollständige Nacherzählung der zweiten Folge. Am Dienstag morgen. Grandios. Ich für meinen Teil mit einem iTunes-Staffelpass bekomme am Dienstag in der Früh erst die Mitteilung, dass eine neue Episode verfügbar sei. Als dem arbeitenden Teil der Bevölkerung Zugehöriger habe dann frühstens abends die Gelegenheit, selber die neuste Folge zu sehe. Entsprechend möchte ich weder auf dem Weg zur Arbeit noch im Büro solche Spoiler vorgesetzt bekommen. Muss ich nicht lesen? Schon mal gehört, dass man nicht nicht lesen kann? Wenn man einmal drüber stolpert, ist es zu spät.

Liebe SZ, lasst es doch. GoT ist bestimmt nicht so wahnsinnig wichtig, dass ihr damit eure Seiten füllen müsst.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren