Freiheit kostet

Freiheit kostet

Das Freiheit etwas kostet, wissen wir alle. Je nach dem, was für einen Freiheit bedeutet, ist der Preis entsprechend hoch. Für die einen ist Freiheit schon ein Sonntag draußen wandernd in der Natur, während andere ein ganze Jahr Auszeit von der Arbeit nehmen. Und wieder andere froh wären, überhaupt die Freiheit zu haben, einer bezahlten Tätigkeit nachgehen zu dürfen, die sie sich selber aussuchen. Freiheit kann auch Demokratie bedeutet, frei zu sein, die Regierungsform des Landes mitbestimmen. Oder Reisefreiheit.

Ganz selten nur gibt es Freiheit im Abo. Dennoch, genau darauf stieß ich heute morgen. Zur Erklärung muss ich allerdings etwas ausholen. Vor über drei Jahren beschäftigte ich mich hier im Blog im Rahmen des Artikels „Den Fokus finden“ mit Möglichkeiten, am Rechner trotz der beständigen Verlockungen des Internets ungestört arbeiten zu können. Das Programm „Freedom“ fand ich ziemlich nützlich, kaufte es für einen kleinen Betrag (etwa 8 Euro, davor war es lange Zeit als Freeware erhältlich) und war damit sehr zufrieden. Auf barcamps und bei Gesprächen mit anderen Autoren empfahl ich es gerne, wenn es darum ging, ablenkungsfrei schreiben zu können.

skeeze / Pixabay

Ich für meinen Teil habe das Tool schon länger nicht mehr verwendet. Einfach deshalb, weil meine intrinsische Motivation wuchs, so dass ich auch bei bestehender Internetverbindung keine Probleme mehr habe, mich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren.

Szenenwechsel. Bei manchen Werbeeinblendungen auf Facebook weiß ich ziemlich genau, warum ich sie gerade zu sehen bekomme. Wer häufiger nicht anonym surft, sich bei diversen Onlinehändler herumtreibt, ist entsprechend leicht zu durchschauen. Heute Morgen wurde für Freedom geworben. Woher Facebook weiß, das ich das Tool mal empfohlen habe — keine Ahnung. Jedenfalls, meine Neugierde reichte aus, um auf die Werbeanzeige zu klicken. Kurz darauf wäre ich fast vom Stuhl gefallen. Freedom hat sich ziemlich verändert. Es war mal, um das festzuhalten, eine kleine Applikation, die den eigenen Rechner (Mac oder PC) für eine frei wählbare Zeitspanne vom Internet trennt. Umgehen ließ sich das nur durch Neustart des Computers.

Freiheit im ABo
Freiheit im Abo

Mittlerweile kann das Tool Freedom ein paar neue Tricks, läuft zudem auch auf iOS Geräten und bietet eine Dashbord auf der Webseite des Herstellers mit Statistiken und weiteren Einstellungsmöglichkeiten. Die neuen Möglichkeiten sind allerdings weder kostenlos noch zu einem einmaligen Preis zu bekommen. Nein, man hat ein Abo-Model entwickelt. Bei monatlicher Zahlung kostet der „Service“ 6,99 Dollar. Mal im Ernst, ich soll rund 6,25 Euro monatlich zahlen, um kein Internet zu haben? Das klingt nicht nur bescheuert, es ist auch so. Für den Preis schalte ich einfach mal den Router aus, hat auch den Vorteil, dass mich dann niemand telefonisch stören kann.

Bei Textexpander fand ich das neue Abo-Modell schon unsäglich, aber das hier ist wirklich unglaublich. Als Alternative zu Freedom schlug ich vor drei Jahren Concentrat vor. Das Programm gibt es mittlerweile nicht mehr, aber einen Nachfolger namens Focus. Für mac-User die so was benötigen die clevere Wahl, kostet einen einmaligen Betrag und hat deutlich mehr Möglichkeiten die Motivation zu steigern. Wer es kostenlos möchte, greift zu SelfControl oder Cold Turkey.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren