Abooooh, voll gemein

Abooooh, voll gemein

Grundsätzlich bin ich Abo-Modellen gegenüber aufgeschlossen. Nicht est seit gestern, sondern schon eine ganze Zeit lang. Meine Tageszeitung, um nur ein Beispiel zu nennen, beziehe ich auch im Abonnement. Hier wird eine tägliche Leistung erbracht, die ich in Anspruch nehmen. Zugleich sichere ich mit meinem Vertrag den Fortbestand der Zeitung.

Auch für andere Dienstleistungen bezahle ich monatlich einen festgelegten Betrag. Für die Möglichkeit, mobil zu telefonieren (beziehungsweise ins Internet zu kommen, was bei mir weitaus häufiger der Fall ist). Dafür, dass ich Musik hören kann, Daten in der Cloud speichere oder aber für die Verwendung von Lightroom und Photoshop. Die monatliche Gebühr ist überschaubar, zugleich habe ich immer mein Nutzungsverhalten im Blick.

miradeshazer / Pixabay

Da ich Lightroom und auch Photoshop, sowie die mobile Version von Lightroom intensiv nutze, lohnt sich das Abo für mich genau so wie für den Hersteller. Bleiben wir nach der langen Einleitung beim Thema und schauen uns ein anderes Produkt an. Sowohl auf dem Mac als auch unterwegs auf dem iPad schreibe ich viel, wirklich viel. Sowohl beruflich als auch privat. Vor längerer Zeit habe ich mir, angeregt durch einen Bericht, ein nützliche App namens Typinator gekauft. Darin entstand dann eine kleine Sammlung nützlicher Kürzel, die mich schneller tippen ließen – weil beispielsweise aus sZ automatisch Süddeutsche Zeitung wurde. Wenig später wechselte ich auf TextExpander, weil es dieses Tool sowohl für den stationären Rechner als auch als iOS-Version gab. Die anfängliche gute Integration in iOS wurde aber durch härte Sicherheitsmaßnahmen seitens Apple zunehmend umständlich. Applikationen anderer Hersteller musste ihrerseits TextExpander unterstützen, damit man damit überhaupt von den Kürzeln profitieren konnte.

Die Synchronisation der Kürzel erfolgt dagegen ganz unproblematisch via Dropbox. Bisher. Gestern stellte SmileOnMyMay Version 6 von TextExpander vor. Die App selber ist jetzt kostenlos, um sie zu nutzen und von der eigenes eingeführte Synchronisierungsfuktion über den Server von SmileOnMyMay profitieren zu können, werden monatlich mindestens 3,96 Dollar (bei jährlicher Zahlungsweise) fällig. Besonders neue Feature hat die Version 6 ansonsten nicht zu bieten. Die iOS-Version hat, wie bereits erwähnt, den Nachteil das sie sich eben nicht nahezu unsichtbar in den Hintergrund integriert. Einen einmaligen Betrag war mir die kleine Arbeitserleichterung wert. Mehr aber auch nicht.

Wenn ich mir meine Textbausteine ansehen, kann ich fast alles mit Bordmitteln von Mac OS lösen. Das geht in den Systemeinstellungen über Tastatur und den Bereich Texte. Das Gegenstück dafür findet sich in iOS unter Einstellung, Allgemein, Tastatur und dort „Textersetzung“. Das Ganze synchronisiert auch via iCloud (wenn auch manchmal etwas langsam). Das Einzige, was nicht geht, sind Platzhalter, die zum Beispiel durch das aktuelle Datum ersetzt werden. Aber gut, darauf kann ich dann auch verzichten.

Ich für meinen Teil werde TextExpander 5 solange nutzen, wie es geht. Schließlich habe ich dafür auch Geld bezahlt. Sollte die App irgendwann ihren Dienst einstellen, nehme ich halt Bordmittel. Natürlich gibt es auch andere Mac OS Apps als Ersatz, aber ohne iOS Gegenstück.

Wirklich, ich zahle gerne für gute Software die auch weiterentwickelt wird Geld. Melken lasse ich mich allerdings nicht. Für Ulysses, mit dem ich meine Texte schreibe, war ich bereit, die neue Version trotz Lizenz einer Vorversion noch mal komplett neu zu bezahlen. Bei Scrivener würde ich das gleiche tun, für AeonTimline liegt schon Geld bereit. Aber es gibt auch andere Fälle, wie Fantastical, wo ich auf die neuste Version auf Grund des stolzen Preises dankend verzichte.

Nochmal zurück zur Überschrift. Ja, ich lese gerade als Tischlektüre „Frl. Krise — Ein Leben mit dem Rücken zu Tafel“.

2 Replies to “Abooooh, voll gemein”

  1. Wenn die Bordmittel mal überall funktionieren würden. In Firefox tun sie’s bei mir nämlich schon mal nicht. :( Nu ja, erstmal läuft TE ja noch. Mal sehen, wie lange das noch geht…

    1. Genau, noch läuft TE — bin mal gespannt, ob die einknicken bei dem Proteststurm. Was Firefox angeht: den nutze ich so gut wie gar nicht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren