50 sind das Maximum

50 sind das Maximum

Um es von vornherein klar zustellen, es geht nicht um das Alter von irgendwas oder irgendjemanden. Schon gar nicht um meins, wäre auch etwas merkwürdig drei Monate nach meinem Geburtstag. Die fünfzig bezieht sich auf die Anzahl an Wegpunkten. Bevor ich das näher erläutere, muss ich jedoch (was ich wie immer auch sehr gerne tue) etwas ausholen.

Vor einem Jahr und 25 Tagen war ich zum ersten Mal auf dem Rheinsteig unterwegs. Genauer gesagt auf der ersten Etappe, mangels Zeit ohne meine Frau. Bereits zu Beginn der Strecke stand ich vor einer schwierigen Entscheidung. Entweder Fotos machen oder navigieren. Kann man wenn man möchte alles auch hier nachlesen. Neben Fotos für die Daheimgebliebene nahm ich auch zwei Dinge mit. Den festen Entschluss, die Strecke noch mal zu laufen, diesmal allerdings nicht allein, sondern mit meiner Frau und mit Wanderstöcken. Und eine gehörige Wut im Bauch auf den Autor des Reiseführers. Die Wut ist, wie üblich bei mir, längst wieder verraucht. geblieben ist der Entschluss einen zweiten Anlauf zu nehmen. Heute war es dann so weit.

katjasv / Pixabay

Ursprünglich hatte ich für die Osterferien eine leicht abweichende Planung, bei der wir von Sinzig aus quer durch die Eifel gelaufen wären. Die von mir zusammengestellte 1. Etappe ist rund 27 Kilometer lang. Den Samstag hielt ich bei der Planung bewusst frei, um in Ruhe einkaufen zu können. Wenn aber genau dieser Samstag der mit Abstand schönste Tag sein wird im gesamten Urlaub, muss man flexibel sein. Gestern Abend hielt sich bis zum schlafen gehen noch der Entschluss, heute die 27 Kilometer zu wandern.

Morgens, beim Frühstück, siegte dann die Vernunft. Nach so einer Etappe wäre ein Einkauf für drei Tage zur Qual geworden. Die Alternative, die sich auch bereits im Navi befand, war dann die besagte 1. Etappe des Rheinsteigs. Von Köln nach Bonn, zum Start der Etappe, ging es mit der Mittelrheinbahn — Details lasse ich hier aus, meine Frau war von den wenig charmanten Mitreisenden ziemlich genervt. Vom Bahnhof in Bonn fand ich ohne technische Hilfsmittel den Startpunkt des Rheinsteigs und wollte von dort aus dann das Routing starten. Gerät an, Route ausgewählt und nichts. Es fehlte der sonst üblich „Los“ Button. Nach mehreren Versuche und Wechsel der Karten sind wir dann wieder zurück zum Bahnhof gelaufen, wo die geplante Route eigentlich anfängt. Man weiss ja nie, wie eigensinnig die Technik ist.

Am Bahnhof dann das gleiche Spiel. Das eTrex touch 25 von Garmin weigerte sich. Erst als ich den Namen der Route auf der Karte noch mal antippte, wusste ich warum. Mehr als 50 Wegpunkte überfordern anscheinend das Gerät. Es will dann einfach nicht. Selbstverständlich hätte ich die 27 Kilometer Route sofort starten können — sie bestand aus mir nicht nachvollziehbaren Gründen und obwohl sie 10 Kilometer länger ist als die 1. Etappe des Rheinsteigs aus weniger Wegpunkten.

Vermutlich muss ich noch verdammt viel in Bezug auf mein Garmin lernen. Im Nachhinein wird mir auch klar, warum in BaseCamp beim überspielen auf das Gerät immer gefragt wird, ob die Anzahl der Wegpunkte reduziert werden soll. Ob man dann die Strecke trotzdem noch laufen kann, weiss ich nicht. Wir sind jedenfalls, nach dem wir vom Bahnhof wieder zurück an den Startpunkt gelaufen waren, ohne Navi gewandert. Es hat lediglich die Strecke aufgezeichnet, damit ich die Fotos später zuordnen kann. Dafür war der Kauf des eTrex und der TOPO Deutschland V7 Pro allerdings reichlich überflüssig.

Als Trost blieb mir die ganze Zeit über die wirklich außergewöhnlich gute Beschilderung des Rheinsteigs.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren