Über den Wolken

Über den Wolken

Einem bekannten Lied zu Folge ist die Freiheit über den Wolken grenzenlos. Mit Sicherheit aber nicht nur die Freiheit, sondern auch die eigen Fantasie. Wobei man dafür auch auf der Erde bleiben kann, selbst wenn man nicht mit beiden Beinen auf dem Boden der Tatsachen steht. Aber wie heisst es so schön: Einbildung ist auch eine Form der Bildung.

Der Reihe nach. Vor unserer Siedlung, am Rande des Wartburgplatzes habe es schon öfter gesehen. Das Auto mit dem Aufkleber „Stoppt Chemtrails“. Schlau gemacht hatte ich mich auch schon mal, was sich dahinter verbirgt. Vergangen Samstag dann, auf dem Weg zu einer Veranstaltung der lit.cologne lief ich in der Kölner Fußgängerzone (ist das eigentlich eine?) an einem Stand vorbei. Eine Gruppe von Menschen informierte über Geoengineering durch Chemtrails. Und nein, sie hatten keine Hüte aus Aluminiumfolie auf. Hätte aber gepasst.

mike1497 / Pixabay

Spulen wir etwas zurück. Kondensstreifen am Himmel kennt vermutlich jeder. Künstliche Wolkenstreifen, die durch die Abgase von Flugzeugen entstehen. Die bleiben eine Zeitlang zu sehne, bis sie sich vollständig aufgelöst haben. Abgase in der Luft sind auf die eine oder andere Weise immer schädlich. Das sich die Kondensstreifen letztendlich genauso auf das Klima auswirken wie die Abgase von Autos oder Emissionen der ganzen Rinderherden, dürfte als gesichert gelten.

Dagegen kann man protestieren, Umweltschützer werden oder Ingenieur, der einen schlauen Filter entwickelt. Oder man schließt sich einer ominösen Verschwörungstheorie an. Damit sind wir dann bei den so genannten Chemtrails. Der Theorie zufolge sind die Kondensstreifen absichtlich produzierte Giftwolken, die Stoffe enthalten mit welchem je nach Geschmacksrichtung ein Terraforming der Erde stattfindet oder die Bevölkerungszahl reduziert wird. Es kann auch sein, dass kuhäugige Aliens auf diese Weise den Planeten übernehme wollen.

Beweise für Chemtrails kann man selber am Himmel entdecken. Man aus nur Kondensstreifen genau beobachten. Da sind immer wieder welche, die sich viel langsamer auflösen als die anderen. Und genau das ist der sicherer Beweise für die Existenz von Chemtrails — wenn man den entsprechenden Gruppierungen glaubt. Natürlich gibt es noch andere Beweise, von denen man gehört oder gelesen hat. Möglicherweise gibt es auch eine Studie von schwedischen Wissenschaftlern oder so ähnlich dazu (Quelle: das Känguru).

Das sämtliche Regierungen und sogar die UNO die Existenz von Chemtrails abstreiten, wird als Beweis dafür genommen, dass sie tatsächlich existieren. Selbstverständlich geht es bei Chemtrails um Profite und „mächtige, reiche, einflußreiche Drahtzieher“ die dahinter stecken. Es wird versucht zu erklären, wie die genau Zusammensetzung der Chemtrails aussieht:

Im Wesentlichen werden Bariumsalze sowie Aluminiumpartikel (Untersuchungen des Regenwassers in Kanada zeigen einen 5 bis 20-fachen Aluminiumwert) eingesetzt, wobei auch eine Polymer-Mischung beigemengt wird, die als Trägersubstanz dafür sorgt, dass die „Ladung“ bis zu einem Jahr lang in der Luft verbleibt.

Wer bis hier hin gelesen und noch nicht genug gelacht hat, kann gerne Tante Google heranziehen, um selber zu recherchieren. Versprechen kann ich viele heitere Stunden, zumindest dann, wenn man nicht nur über einen eigenen Verstand verfügt, sondern ihn auch benutzen kann. Der Rest darf sich weiterhin Sorgen machen.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren