Worst Case in der Lightversion

Worst Case in der Lightversion

„Er hätte es besser wissen müssen.“ Man kennt diesen Satz, vornehmlich nach Katastrophen (insbesondere im familiären Umfeld) geäußert von Personen, die unter Garantie die gleiche Fehler in der selben Situation gemacht hätten. Bei mir ist liegt die Sache jedoch leicht anders. Ich wusste es nämlich tatsächlich besser. Vor genau einem Monat schrieb ich an dieser Stelle über die unterschiedlichen von mir verwendeten Karten in BaseCamp zu Routenplanung.

Davon kann ich jedem nur abraten. Besonders davon, eine Route mit verschiedenen Karten zu erstellen ohne diese vollständig auf einer Karte berechnen zu lassen. Mal sind auf der einen Strecken nicht richtig beim Routing, mal auf der anderen. Die Quittung dafür bekam ich heute.

Geplant war die siebte Etappe des Jakosbwegs von Dortmund nach Aachen, allerdings in umgekehrter Richtung. Von Kapellen sollte es nach Düsseldorf gehen, rund 30 Kilometer auf die ich mich schon gefreut hatte. Meine Frau blieb leider zu Hause, der Schreibtisch hielt sie fest umklammert — ihr Glück in diesem Fall. Wenn etwas völlig aus dem Ruder läuft, bin ich ziemlich unerträglich. Und es ist total aus dem Ruder gelaufen.

Blau geplant, grau gelaufen
Blau geplant, grau gelaufen

Von Kappellen bis Wellinghoven verlief noch alles nach Plan. Am Wehr hatte ich mit einem Mal keine Routenanzeige mehr auf dem Gerät. Es gab zwar noch Vorschläge für eine Richtung, nur brachte das nichts. Mehrmals lief ich vor und wieder zurück. Der letzte Wegpunkt befand sich genau auf einer Brücke, unter mir die Erft. Aus dem Kopf heraus lief ich dann erstmal weiter, schließlich wusste ich auf Grund der Vorbereitung, wo die Strecke entlang laufen musste. Kloster Langewaden und Schloss Hulchrath kannte ich noch von meiner letzten Wanderung.

Auf der Römmerstraße verließ mich dann mein Selbstvertrauen. Bis nach Düsseldorf wäre ich so auch nie gekommen. Es half alles nichts, ich stellte die TopoActive Karte Europa von Garmin ein, die beim Gerät dabei war. Danach wählte ich als Start meinen aktuellen Standort und als Ziel Düsseldorf. Nicht den Düsseldorfer Bahnhof, was auch wieder ein Fehler war — aber dazu später mehr. Die Route wurde berechnet und es konnte losgehen.

Ab diesem Zeitpunkt gelang die Orientierung wieder, das Navi führte mich zielsicher voran. Unterwegs lernte ich auch ein paar neue Einstellungsmöglichkeiten kennen. Was ich immer wieder wurmte: Etappenweise war ich auf dem Jakobsweg unterwegs. Jenem, den ich eigentlich gehen wollte. Allerdings traute ich mich nicht, ihm weiter zu folgen.

Bis zum Rheinturm in Düsseldorf lief es ganz gut, nur hatte ich als Ziel einfach nur Düsseldorf eingegeben und stellte vor Ort fest, dass ich mich weiter vom Bahnhof entfernen würde wenn ich dem Rest der Route folgen würde. Also stoppte ich das Routing, speicherte den Track und gab als neues Ziel den Bahnhof ein. Den hatte ich zum Glück als Wegpunkt hinterlegt. Und nach fünf Minuten ausprobieren wusste ich auch endlich, wie ich das Navi überzeugen konnte, mich genau dorthin zu bringen. Alles learning bei doing. Den Bahnhof erreichte ich dann schließlich. Alles in allem war ich etwa 25 Kilometer unterwegs (plus die Strecke, die ich mehrfach lief um mich zu „orientieren“).

Erwähnte ich schon den Karneval? Nein? Für den ausgefallenen Rosemontagszug in Düsseldorf wurde nämlich genau an dem heutigen Sonntag der Umzug nachgeholt. Und genau damit stieß ich dann zusammen. Beziehungsweise mit den Resten, also betrunkenen Feierenden und anderen, die sich wieder auf den Heimweg oder in die nächste Kneipe unterwegs waren. Der Tag ist, so viel hat man sicher mitbekommen, weniger optimal für mich gelaufen.

Morgen, nach Feierabend, werde ich zu Globetrotter fahren und mir die Topo Deutschland von Garmin holen. Noch mal plane ich keine Route mehr mit den OpenStreet Map Karten.

Eine positive Erfahrung sollte ich an dieser Stelle nicht verschweigen. Da sich schon am Samstag abzeichnete, dass ich wieder alleine unterwegs sein würde, habe ich mir noch neues Equipment zugelegt. Das Handling mit Trinkflaschen ist für mich etwas umständlich, da ich an die Flaschen nicht ran komme. Der Rucksack hat zwar extra außen Taschen dafür, aber meine Arme sind möglicherweise zu kurz. Zu zweit geht es ganz gut, da kann der eine dem anderen die Flaschen anreichen.

Gekauft habe ich mir daher ein Trinksystem, welches sich mit dem Rucksack von Deuter kombinieren lässt (und das klappt wirklich gut). Das Widepac Hydration System von SourceOutdoor kann ich jedem nur ans Herz legen. Beim mir führt es dazu, dass ich mehr und regelmäßiger trinke. Wesentlich gesünder eigentlich, als sich die Flasche an den Hals zu setzen, wenn man bereits richtig Durst verspürt.

One Reply to “Worst Case in der Lightversion”

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren