Hessen baut die Brücken ab

Hessen baut die Brücken ab

Das ich heute über die Wahl in Hessen schreibe, stand bereits fest. Wie üblich gerade bei Wahlergebnisse recherchiere ich auch noch mal unmittelbar bevor ich den betreffenden Artikel schreibe. So auch heute. Zu meinen Quellen gehört, neben Tageschau.de und der Süddeutsche Zeitung auch Spiegel Online. Der Artikel ganz oben bezog sich zwar auf ein völlig anderes Thema, aber im Grunde passt die Überschrift auch zu Hessen.

„Hier zerbröseln Deutschlands Brücken“ — ein tiefe Wahrheit steckt darin. Die Brücken als Bild für die Offenheit unseres Land dem die Tendenz gegenüber steht, diese Brücke zu zerstören, sich abzuschotten. Noch stehen sie, aber die Ergebnisse in Hessen zeigen deutlich, wie stark sie bereits zerbröseln.

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Hier zerbröselt die Freiheit

Das rechte Lüftchen nimmt an Windstärke zu. Ein Sturm wird über dieses Land fegen und unsere Grundwerte mit sich reißen. Bundespräsident Joachim Gauck bringt es auf den Punkt:

Wer glaubt, das christliche Abendland mit der Herabsetzung anderer, mit Ausgrenzung Andersgläubiger, mit Hassparolen und Säuberungsfantasien verteidigen zu sollen, hat es schon verraten.
Gauck in seiner Rede zur „Woche der Brüderlichkeit“

Die AfD steht genau für das. Ausgrenzung ist ihr große Thema, mit denen sie in einer herbeigeredeten Flüchtlingskrise auf Stimmenfang geht. Die Angst als Wahlhelfer. Bei den Ergebnissen der Kommunalwahl in Hessen kann man sich eigentlich nur noch erschrecken.

Vielerorts zweistellige Ergebnisse für die AfD. Den Tiefpunkt stellt wohl Bad Karlshafen (Kassel) dar, denn dort errang die Partei 22,3 Prozent der Stimmen. Landesweit lag die Wahlbeteiligung bei 48 Prozent, in Frankfurt lediglich bei 38,9 Prozent. Wer durch nicht wählen gehen seinen Verdruss ausdrückt, muss sich nicht wundern wenn er eines Tages in einem Land aufwacht, wo die Rechten den Kurs vorgeben.

Das aber bewerkstelligen sie bereits ganz ohne Regierungsbeteiligung. Wie man an Sigmar Gabriel und andere Politikern sieht, reagiert man auf die AfD. Es wird versucht, den Ängsten zu begegnen. Nicht durch Aufklärung, sondern durch Klientelpolitik. Wasser auf den Mühlen der Rechten, die mit Finger darauf zeigen können und sagen „Seht ihr, wir haben recht!“.

Der 13. März ist kein Freitag. Kommenden Sonntag finden in drei Bundesländern Landtagswahlen statt. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt. Die Botschaft aus Hessen ist ein Menetekel. Ein schwarzer Tag könnte, nein wird bevorstehen. Es wird ein Ruck geben, aber in eine Richtung, die mir überhaupt nicht gefällt.

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis die ersten umfallen und eine Koalition mit der AfD eingehen. Noch wir eine solche abgelehnt, kategorisch ausgeschlossen. Bald aber heisst es, man können den Willen des Wählers schließlich nicht ignorieren — außerdem denkt jede Partei zuerst an den eigenen Machterhalt, was Köln ja schon mal dazu führt, dass sich in Köln ein Bürgermeister von Rechtspopulisten wählen lässt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren