Wenn Spiele umziehen

Wenn Spiele umziehen

„Ihr aktueller Kontostand beträgt 380 Exemplare.“ Sagt natürlich so keiner, und bei BoardgameGeek weicht die Zahl auch nach unten ab, da ein paar ganze alte oder besondere Möhren (oder Schätze) nicht gelistet sind. Für Muggel (Menschen die mit Spielen genau so viel am Hut haben wie mit Magie) ist das bereist eine unvorstellbare Menge. Ja, und wenn man die Wohnung von meiner Frau und mir zum ersten Mal betritt, sieht es wirklich ziemlich erschlagend aus. Es sind ganz viele Spiele. Da nützt auch nicht der Hinweis, hinter den sieben Bergen, bei den sieben Würfeln, würde Sammler leben die weit über tausend Spiele in ihrem Bestand hätten.

Umgezogen sind wir schon häufiger, auch mit Spielen, die über die Jahre immer mehr wurden. So richtig Gedanken gemacht haben wir uns dabei nie. Daher fand ich die beiden Artikel drüben im Reich der Spiele anregend. Jürgen führt verschieden Transportmöglichkeiten auf. Option eins, alles in Umzugskartons, war bisher immer Mittel der Wahl. Es werden furchtbar viele und nein, ein normales Umzugsunternehmen ist immer mit der Kalkulation der benötigten Kartons überfordert. Maximal kennen die sich mit Büchern aus. Was wohl auch dran liegt, dass Kartons mit selbigen hässlich schwer sein können. Einen Umzugsservice speziell für Sammler von Brettspielen, das wäre noch mal eine Sache für sich.

beeki / Pixabay

An richtige Rollcontainer habe ich bisher noch nie gedacht. So was wird sich aber in der Regel außerhalb der Reichweite bewegen. Es sei denn, man stößt in die Riege der Profi-Sammler vor. Vermutlich wird dann aber auch die Wahrscheinlichkeit eines Umzuges sinken. Das beste wird wohl ab einer bestimmten Menge sein, um die Spiele herum ein eigenes Haus herum zu bauen.

Bleiben wir jedoch bei den bescheidenen Möglichkeiten. Axel ist der Meinung, ein Umzug würde mehr Platz für Spiele bedeuten. Kann sein, muss aber nicht. Jede nach Stadt / Ort in die man umzieht, wir der Platz möglicherweise auch abnehmen. Zudem soll es ja Spieler geben, die sich familiär verändern, so dass ein Spielezimmer einem Kinderzimmer weichen muss — absurdes Beispiel, zumindest bei uns.

Zurück zu den eigenen Umzügen mit Spielen. Beim ausräumen der Regale fiel mir wirklich jedes mal auf, wie selten ich alle Spiele im Jahr vollständig aus eben jenen Regalen nehme um alles sorgfältig abzustauben. Eine Regel zufolge kommt nach sieben Jahren eigentlich kein neuer Staub mehr dazu. Bisher sind wir aber immer vorher umgezogen, daher fehlt ein empirischer Beleg aus erster Hand.

Spiele in normale Umzugskartons unterzubringen, ist so eine Sache für sich, jenseits von Normen. Da man die Spiele auch gesammelt hat und auch weiter sammelt, möchte man so gut es geht Schäden vermeiden. Wir erfolgreich dieses Unterfangen dann war, sieht man spätestens beim auspacken und einräumen in der neuen Wohnung. Glücklich kann sich derjenige schätzen, bei dem sich keine Pöppel und andere Kleinteile selbständig gemacht haben. Clippbeutel verhindern in der Schachtel meistens das Schlimmste.

Nach Tagen, wenn alles wieder seinen Platz in der neuen Wohnung gefunden hat gibt man sich der Illusion hin, die Spiele diesmal nach einem Prinzip sortiert zu haben. Hält meistens bis zum Herbst, wenn wieder in Essen ein Großeinkauf getätigt wird. Am Ende bleibt die Hoffnung, diesmal wirklich zum letzten Mal umgezogen zu sein. Bis dann so viele neue Spiele erschienen sind, die man unbedingt haben will.

Für mich ganz persönlich üben Spiele mittlerweile einen größeren Reiz im Regal aus als Bücher. Bücher lese ich in der Regel (auch auf Grund zahlreicher Neuerscheinungen) genau ein Mal. Danach sind sie Erinnerungsstück, oder hässlich gesagt, intellektuelle Dekoration. Spiele dagegen nehme ich gerne wieder zur Hand. Manchmal davon deutlich häufiger, aber das ist dann ein anderes Thema.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren