Ein Jahr später mit der SZ

Ein Jahr später mit der SZ

Er ist irgendwie blau. Also also der Kölner Stadt-Anzeiger auf seiner Titelseite. Glaube ich zumindest, denn nur gelegentlich erblicke ich eine gedruckte Ausgabe aus der Ferne. Selber in den Händen hatte ich schon lange keine mehr. Und mein digitales Abo ist seit fast einem Jahr Geschichte.

Wirklich bewusst geworden ist mir das innerhalb kurzer Zeit durch zwei verschiedene Ereignisse. Die Süddeutsche Zeitung schrieb mir eine nette E-Mail, um auf ihr Leistungsspektrum für Abonnenten hinzuweisen. Im digitalen Paket kann ich nicht nur die iOS-App (ja, genau, eine App für alle Größen) nutzen, sondern habe Zugriff auf die Onlineausgabe im Browser, auf die PDF-Version, die der Printausgabe entspricht und kann auch die SZ auf meinem Torino lesen — in abgespeckter Version, was aber an den Beschränkungen des Geräts liegt. Irgendein andere Dienst ist wohl auch noch mit inbegriffen, habe ich aber schon wieder vergessen, weil ich ihn weder nutze noch kenne.

Andrys / Pixabay

Die Süddeutsche Zeitung ist wohltuend umfangreich, es ist mir wirklich eine tägliche Freude, diese Zeitung zu lesen. Es lohnt sich auch, die Webseite zu besuchen, denn es gibt Texte, die es nur online zu lesen gibt — und die durchaus lesenswert sind. Das ich ab März monatlich zwei Euro mehr für mein Abo zahlen muss, ist vertretbar. Schließlich weiss ich, was ich dafür, gerade auch an Qualität, bekomme.

Auf der anderen Seite steht der Kölner Stadt-Anzeiger. Auf den habe ich bewusst verzichtet, weil dessen Qualität , nun ja, nennen wir es höflich „durchwachsen“ war. Zudem war die digitale Ausgabe während meines Abos kein Vorzeigeprodukt. Abgespeckt, fehleranfällig und nachlässig gefüllt. Kurzum, der KSTA digital war sein Geld nicht wert. Wie sich das derzeit verhält, kann ich mangels Abo nicht beurteilen, die Rezensionen im App-Store lassen aber wenig gutes erahnen.

Meine Pläne, für lokale Nachrichten eine eigene App zu basteln, liegen auf unbekannte Zeit auf Eis. Einzig und allein über die monatlich erscheinende Stadt Revue bekomme ich mit, was in Köln passiert. Das ist wenig, möglicherweise sogar verdammt wenig. Die Webseite vom KSTA ist keine Option, denn nach sechs gelesenen Artikel im Monat ist Schluss — dann kostet jeder weitere Zugriff Geld. Bei der Kölner Rundschau nicht, obwohl beide aus dem gleichen Haus kommen. Verstehen muss man so was nicht.

Wie dem auch sei, ich sollte mir angewöhnen, zumindest sechs mal im Monat auf eine der beiden Online-Angebot zurückzugreifen. Aus Zeit kostet das nichts und es kann auch viel Ärger und Zeit sparen, denn das hängt mit dem zweiten Ereignis zusammen. Ein Mitreisender, selber auch nur Leser der Webseite der Kölner Rundschau, hat mich auf etwas aufmerksam gemacht, was mich ganz konkret betreffen wird, beziehungsweise meinen Weg zur Arbeit. Zwischen März und April will die Bahn in Köln ihre S-Bahn Gleise sanieren.

In der Zeit vom 4. März bis 21. März (plus X, da in Köln Bauprojekte bekanntlich immer etwas länger dauern) wird der Bereich zwischen Hauptbahnhof und Nippes erneuert, was zum Ausfall des Zugverkehrs auf diesem Abschnitt führen wird. Natürlich gibt es Bahnsteig in Nippes noch keine Ankündigung dazu. Gerüchten zu Folge wird es einen Schienenersatzverkehr (euphemistisch für mit dem Bus unterwegs sein) geben. Ich und Bus fahren, ein Thema für sich. Mir wird also nichts anderes über bleiben, als mit der U-Bahn ab der Haltestelle Floarstraße zu fahren, inklusive Umsteigen am Ebertplatz. Wieder etwas mehr Zeit morgens, die Süddeutsche Zeitung zu lesen.

2 Replies to “Ein Jahr später mit der SZ”

  1. Puh, genau darüber habe ich mir diese Woche auch Gedanken gemacht. Ich nehme morgens die Bahn am Hansaring und habe natürlich nur nebenbei erfahren, dass das da alles zu sein wird. Ich vermisse eine richtig gute lokale Nachrichtenquelle…

    1. Ich fürchte, eine richtig gute Nachrichtenquelle wird es nie in Köln geben. Das Problem besteht, wie ich derzeit im Buch „Köln für Imis“ von Falco Radermacher lese, schon ziemlich lange.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren