Handbuch für Männer

Handbuch für Männer

Sicherlich wäre so was (wie vermutlich auch für das weibliche Geschlecht) nicht verkehrt. Eine beigepackte Bedienungsanleitung, worin sich zum Beispiel die Empfehlung (in meinem Fall) steht, die Person auf keinen Fall während des Zeitung Lesens beim Frühstück zu stören.

Gemeint ist aber nicht an Handbuch über Männer (oder Frauen), sondern grundsätzlich Handbücher — die Überschrift war aber einfach verlockend. Wobei, etwas geschlechtsspezifisches ist schon noch enthalten, denn deinem Gerücht zu Folge neigen Männer dazu, Anleitungen und Handbücher immer erst dann zu lesen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Oder das Pax vom schwedischen Möbelhaus krumm und schief halb aufgebaut ist und die bessere Hälfte darauf hinweist, irgendwas können doch wohl nicht so ganz richtig sein.

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Immerhin, wenn wir beim Beispiel bleiben, die Anleitungen von IKEA sind in der Regel vorhanden und führen auch zum Ziel, lassen keine Fragen offen. Meine Frau und ich, gerade wieder am Titel „IKEA-Musterwohnung des Jahres“ vorbei geschrabt, können das in jedem Fall beurteilen. In anderen Fällen sieht es alles andere als rosig aus. Handbücher sind Mangelware geworden. Hat man großes Glück, findet sich in der Verpackung eine so genannte „Kurzanleitung“ oder „Schnellstart mit XYZ“. Den Rest muss man sich dann digital aus dem Internet auf der Seite des Herstellers besorgen und auf eigene Kosten ausdrucken.

Auf diese Wiese werden zum Beispiel teure Digitalkameras und auch Navigationsgeräte verkauft (dazu gleich mehr). Auch bei Computerspiele ist das Standard, während es früher noch schöne Handbücher zum schmökern gab. Man stelle sich sowas mal bei Brettspiele vor. In der Packung liegt nur eine Materialübersicht, ein Sicherheitshinweis — die eigentlichen Regeln muss man sich dann noch besorgen. Zu recht würde so was als Unverschämtheit bezeichnet werden.

Genau das ist es aber auch bei anderen Sachen. Die so genannte „Schnellstartanleitung“ bei meinem neuen Garmin eTrex Touch 25 umfasst sechs Seiten (etwa DIN A6 Format). Dabei bleiben so gut wie alle Fragen offen. Noch größer werden die Fragezeichen, wenn man sich mit der PC-Software zur Routenplanung von Garmin auseinander setzt. Basecamp bietet eine fantastische Anzahl an Möglichkeiten — die einem sich aber nicht von selber erschließen. Bisher konnte ich mir mühsam einiges herleiten. Ein offizielles Handbuch von Garmin gibt es nicht, wohl aber ein Fan-Projekt. Ganz ehrlich: ich finde so was arm.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren