Besser alles ausgeben

Besser alles ausgeben

Ein knappes Jahr nach meinem Beitrag zum damaligen Zinssatz bei der Bank of Scotland gab es heute per E-Mail ein Update. Man kann in dem Artikel vom letzten Jahr nachlesen, wie wenig mich Zinssenkungen begeistern, wenn es um Guthaben geht.

Die Absenkung auf 0,5 Prozent fand ich schon sehr happig. Ab dem 2. Februar 2016 sind es dann nur noch 0,3 Prozent.

shilmar / Pixabay

Begründet wird die Absenkung wie bereits im letzten Jahr mit dem „weiter gesunkene Zinsniveau an den Finanzmärkten innerhalb der Eurozone“. Man will durch niedrige Zinsen für die Kreditaufnahme Investoren ermutigen und auf diese Weise die Wirtschaft ankurbeln. Im kleinen funktioniert das bereits, denn ich gebe mein Geld noch viel lieber aus.

Wenn die Entwicklung so weiter geht, zahle ich in vier Jahren auch noch dafür, wenn ich Geld auf die hohe Kante legen will. Aber auch so lohnt sich das Tagesgeldkonto bereits jetzt nicht mehr. Im Dezember 2015 lag die Inflationsrate in Deutschland bei 0,3 Prozent. Die Zinsen werden entsprechend von der Inflation aufgefressen.

Bei meiner Sparmoral merke ich von den Zinsen ehedem nicht viel. Sie sind eine besonders kleine Fußnote. Lieber investiere ich in Brettspiel, bei einigen gibt es sogar eine richtige Wertentwicklung. Um mit Geld mehr Geld zu machen, müsste man schon über entsprechen viel Geld verfügen — zumindest ist das mein Eindruck.

In Bezug auf risikoreicher Wertanlagen habe ich mich vor ein paar Jahren mal leicht schlau gemacht, bin aber zu dem Ergebnis gekommen, dafür nicht der Typ zu sein. Das ist ähnlich wie im Spielkasino, wo ich hypernervös werde und lieber gar nichts setze. Bei meinem ersten und einigen Besuch in einem Kasino wollte ich selbiges bereits nach dem ersten kleinen Gewinn wieder verlassen, während meine Frau für weiterspielen war. „Mit Geld spielt man nicht“ — hat sich einfach über die Erziehung bei mir eingeprägt.

Hinzu kommt auch noch der moralische Aspekt, denn Spekulationsgeschäfte halte ich für verwerflich. Besonders, wenn es um Nahrungsmittel geht. Bei Aktien fehlt mir Wissen und Zeit und bei strategischen Investitionen hätte ich mehrfach schon alles verloren — gut das ich erst gar nichts investiert habe. Cargolifter, alternative Energieformen und ähnliches. Projekte, die gut klangen und scheiterten.

Möglicherweise müsste ich mich mal ordentlich und neutral beraten lassen. Pläne wie der Umzug in eigene vier Wände wollen schließlich verwirklicht werden und bei den Wänden sollte es nicht um Pappe handeln, mit denen man sich auf einer öffentlichen Bank zudeckt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren