Der fremde Tote, Teil 6

Der fremde Tote, Teil 6

Der Gestank von verbrannten Reifengummi erfüllt die Luft. Die Limousine kam mit den Vorderreifen auf dem Zebrastreifen zum stehen. Erschrocken wendete sich braun nach links. Im Wageninneren saß Frau,  weit über das fahrtüchtige Alter, die  auf sehr unseniorenhafte Art und Weise fluchen. Zum ersten Mal bemerkte Braun auch das Motorrad mit dem Weihnachtsmann.Der Fahrer hatte, so schien es Braun, den Beinahe-Unfall genau beobachtet.

Lautes hupen riss ihn wieder zurück zum Zebrastreifen, auf dem er immer noch stand. Braun beeilte sich den Rest der Straße zu überqueren und auf die andere Seite zu kommen. Die Limousine beschleunigte wieder.

Der bahnhofsseitigen Anfangsbereich der Fußgängerzone glänzte mit Architektur, die gut gemeint aber wenig gelungen war.  Bausünden aus mehreren Jahrzehnten wetteiferten miteinander. Neben Wettbüros, einem 1-Euro Laden und einem Geschäft, das vorgab Mobiltelefone mit extrem günstigen Verträgen zu verkaufen lockte ein Bräunungsstudio für Aufbacklinge. Philipp Braun betrat das, was mit einer Bäckerei von früher keine Ähnlichkeit mehr hatte und nahm sich ein Plastiktablett mit Papierunterlage. Zumindest einen Kaffee wie woanders ach würde er hier bekommen.

Mit leeren Händen stand er wenig später an der Kasse und ließ sich von einer Aushilfe erkläre, warum der Kaffeeautomaten defekt sei. An dumme Zufälle glaubte Braun nicht, wohl aber an unqualifizierte sPersonal, welches beim reinigen den Automaten beschädigt hatte. Für seinen Blick, den er der Kassiererin zu warf, durfte er sich zumindest ein Croissant auf Kosten des Hauses mitnehmen.

Kommentar verfassen

über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren