Unterwegs im Tarifdschungel

Unterwegs im Tarifdschungel

Als ich Ende der 90er Jahre mein erstes Mobilfunktelefon kaufte, fand ich das insgesamt gesehen günstig. Gut, man konnte damit nur telefonieren und SMS schreiben, damals reichte mir das auch. Ob es damals schon Inklusiveminuten und ein SMS-Kontingent gab, weiß ich leider nicht mehr. Was ich aber noch gut in Erinnerung habe: für mich als Student kam mir der Luxus ziemlich günstig vor. Das änderte sich auch nicht bei den nachfolgenden Modellen. Eher ging der Preis weiter nach unten, gleichzeitig gab es Optionen wie eine mobile Festnetznummer.

Der große Schnitt erfolgt bei mir dann mit meinem ersten Smartphone, was selbstverständlich ein iPhone war. Zum ersten Mal hatte ich einen Tarif, der deutlich über dem vorherigen lag. Selbstverständlich muss man hierbei immer noch den Gerätepreis betrachten, den man je nach Tarif monatlich in Raten mit bezahlt. Gleichzeitig sind in dem Paket auch Leistungen enthalten, die es vorher nicht gab. Datenvolumen ergibt erst richtig Sinn, wenn man ein internetfähiges Mobilfunktelefon hat und diese Funktion auch nutzt.

Mittlerweile bin ich nunmehr bei der 6. Generation des iPhones angelangt, und deutlich den je sind bei mir die Zweifel geworden. Nicht was Modell oder Hersteller angeht, sondern hinsichtlich meines Nutzungsverhaltens. Hier weiche ich möglicherweise deutlich von der „Norm“ ab — sofern es sie gibt.

Was Mitmenschen alles mit ihrem Smartphone anstellen, bekomme ich täglich in vollen Zügen mit — und das im wahrsten Sinne des Wortes. Auf der Strecke von Köln nach Essen und zurück bekommt man einiges geboten. Mitreisende, die bereits auf dem Bahnsteig telefonieren, ihr Telefonat auch beim einsteigen in den Zug nicht unterbrechen und selbst dann noch reden, wenn man selber dabei ist nach gut einer Stunde aus dem Zug zu steigen. Beziehungsdramen, Kündigungen, Krankheiten — viele sehr persönlich Dinge werden ohne Scham in aller Öffentlichkeit besprochen. Mir sagt das eher nicht zu. Wenn ich etwas mitzuteilen habe, dann schreibe ich eine Kurznachricht. Telefonieren tue ich nur dann, wenn es wirklich dringend ist. Und dabei habe ich ein riesiges Kontingent an Freiminuten. Wenn ich etwas nutze, dann das Datenvolumen. Zudem habe ich gerne ein einigermaßen aktuelles Smartphone. Das ergibt dann eine ungünstige Kombination, denn bei meinem bisherigen Anbieter sind die Pakete so geschnürt, dass sie im Prinzip zu meinem Nachteil sind.

Normalerweise versuche ich zu verdrängen, was ich monatlich zahle für Leistungen, die ich überwiegen nicht benötige. Mutig genug habe ich beim schreiben dieser Zeilen dennoch nachgesehen. Es sind stolze 74,85 Euro. Berücksichtigen dabei muss man zusätzliche Music-Streaming (welches ich nur zu Hause nutze) und eine Multi-Sim, die in meinem vorherigen Vertrag noch inklusive war. Zieht man das ab, liegt die Rechnung immer noch bei über 60 Euro monatlich. Zusätzlich verändern sich gerne während der Laufzeit Tarif und Konditionen, so das ich in einem leistungsschwächerer alten Tarif hängengeblieben bin.

Wie bereits ausgeführt, benötige ich keine Flatrate für Telefonie und SMS. Der Datentarif ist für mich das Wichtigste, ordentliche Geschwindigkeit dabei ist optimal, jedoch muss ich auch hier wieder an mein Nutzungsverhalten denken. Im Zug ist Highspeed-LTE lediglich relativ. Und relativiert sich im kommenden Jahren weiter, wenn die Bahn kostenloses WLAN einführt. Kurzgefasst, brauche ich das, was ich alles bezahle im Grunde genommen garnicht.

Motiviert durch einen Kollegen im Büro, der die Suche nach dem besten Tarif fast zu einer Suche nach dem Heiligen Gral für sich machte, habe auch ich mich in den letzten Wochen nach Alternativen für mich umgesehen.

Für mich im Vordergrund steht ein Angebot, was möglichst einfach ist. Zudem will ich einen Tarif, der zu mir passt und keinen, bei dem ich mich anpassen muss.

Es gibt eine Vielzahl von Anbietern auf dem Markt, man kann seine Entscheidung wie mein Kollege zu einer Wissenschaft machen — mein Ding ist das nicht. Meistens treffe ich dann doch eine Entscheidung aus dem Bauch heraus. Zum Beispiel, weil mir eine bestimmte Farbe besonders gut gefällt. Das ich ein Faible für Orange habe, sieht man hier im Blog ganz gut. Es ist aber nicht der Einzige Grund, warum mir von allen Anbietern simyo am besten gefällt. Es gibt den DATA 3 GB Tarif. Bei mir sind es zwischen 2 und 2,5 GB, die ich monatlich verbrauche. Telefongespräche liegen bei insgesamt fünf Minuten pro Monate, SMS kann ich auch an einer Hand abzählen — iMessage sei Dank. Bei dem Tarif würde ich monatlich 14,90 Euro zahlen, ein erheblicher Unterschied zum dem, was ich derzeit bezahle.

Sicher gibt es hier noch den Einwand, dass in der Konstellation kein Smartphone enthalten ist. Aber auch dafür gibt es Lösungen. Beim Anbieter selber, aber auch hoffentlich bald direkt von Apple. Meine Hoffnung ist hier die Einführung des Upgrade Programms von Apple auch in Deutschland. Man least das Gerät zu einem monatlichen Betrag inklusive Versicherung und bekommt nach einem Jahr optional das neuste Modell automatisch. Hier würde ich mir das Verkaufen des bisherigen Gerätes mit deutlichem Wertverlust sparen.

Für mich ist über die Jahre deutlich geworden, was ich unterwegs wirklich brauche. Das ist in meinem Fall ein großzügig ausgestatteter Datentarif. Telefonieren ist maximal drittrangig. Von daher bin ich froh, dass es Anbieter gibt, die einen Tarif anbieten, der meiner Priorisierung folgt. Ein Zeichen dafür, dass ich gar kein so exotischen Einzelfall darstelle.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren