Advents Plätzchen Marathon

Advents Plätzchen Marathon

Mathematik gehörte in der Schule zu meinen Lieblingsfächern – zumindest bis zur Oberstufe. Zahlen mag ich, trotzdem scheint es so, als könne ich nicht rechnen. Zumindest dann, wenn es um Geld geht. In dieser Sache bin ich fest davon überzeugt, dass es anderen genau so geht.

Seien wir ehrlich, es gehört zu den modernen Mythen, selber machen sei günstiger. Vielleicht gibt es exotische Sonderfälle, wo dies tatsächlich zutrifft. Die Regel ist es garantiert nicht. Darauf würde ich glatt eine Dose voller Weihnachtsplätzchen verwetten. Und das ist ein verdammt höher Wetteinsatz, glaubt mir.

Romi / Pixabay

Die Zutaten für meinen ersten Advents Plätzchen Marathon kauften wir vergangen Freitag ein. Kein exotisches Zeug, wenn man mal die Tüte Cranberries unberücksichtigt lässt. Was auf dem Band lag, füllte gerade mal eine halbe Tüte. Über sechzig Euro wurde dafür an der Kasse verlangt. Geizige Menschen lassen bei so was gerne Ware zurückgehen oder täuschen einen spontanen Ohnmachtsanfall vor. Für mich kam das eher weniger in Frage. Ich schluckte und zahlte.

Gestern stand dann die Umwandlung von Zutaten mittels Rezepten in Kekse und Plätzchen an. Bei Spielen, Kinobesuchen und anderen Events rechne ich gerne das ausgegebene Geld in Unterhaltungswert um. So gesehen waren die sechzig Euro eine gute Investition. Spülen und abtrocknen nicht eingerechnet, hätte ich knapp über vier Stunden zu tun. Insgesamt zwölf Bleche voller Plätzchen sind dabei raus gekommen, obwohl ich eins von den fünf Rezepten nicht mehr verwenden konnte – alle verfügbaren Dosen waren bereits voll.

Gelernt habe ich beim backen auch etwas. Der Teig bestimmter Sorten sollten nicht mit dem Löffel auf dem Backblech platt gedrückt werden. Ansonsten passiert es nämlich, dass aus Keksen Cookies werden. Jene dünnen handtellergroßen Gebäckstücke, die man von diversen Cafés kennt. Besondere Lieblinge gibt es nicht unter dem, was aus dem Ofen kam. Lecker sehen sie alle aus. Und erste Stichprobe bestätigen diesen Eindruck. Bis auf die Beetmännchen (keine Ahnung, warum die so heißen) gehört der Rest jedoch nicht zur Kategorie „typisches Weihnachtsgebäck“. Gefällt mir eigentlich ganz gut und wenn ich ehrlich bin, dieses typischen Ausstech-Plätzchen oder, schlimmer, Spritzgebäck, brauche ich wirklich nicht.

Wie viel ich bis Weihnachten noch backen werde, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Zum Beispiel vom eigenen Verzehr hier zu Hause, der Menge, die als Geschenk verpackt raus geht und letztendlich auch von meiner Zeit sowie Motivation. Um letzteres ist es etwas schlechter bestellt, denn auch wenn die Zeit in der Küche Spaß gemacht hat, lang war es dennoch. Den finanziellen Nachteil beim selber Machen muss ich auch noch irgendwie verdauen.

Wirklich gelungen fand ich meinen in diesem Jahr optimierten Workflow. Zuerst den Teig für alle Sorten fertig machen und dann der Reihe nach durchbacken, angefangen mit denen, welche die geringste Gradzahl im Ofen benötigen. Merke ich mir auf jeden Fall für den nächsten Durchgang, wann immer das auch sein wird.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren