Hallo von der anderen Seite

Hallo von der anderen Seite

Das neue Album der Sängerin Adele heisst „25“, nicht 23, auch wenn man von einer Verschwörung ausgehen könnte. Grund dafür wäre der Umstand, wo das Album überall nicht erscheint. Zu hören ist es bei keinem der Musik-Streaming Anbieter. Kein Versehen, keine Verschwörung, eher eine bewusste Entscheidung der Künstlerin und ihres Managements. Aber ist es eine kluge Entscheidung? Aus meiner Sicht eher eine besonders dumme.

Selbstverständlich geht es in allerster Linie um Geld. Künstler wollen welches verdienen, was weder komisch noch verwerflich ist. Die Welt in der wir leben, basiert darauf — immer noch. Nun kann man bei einer Sängerin vom Range eine Adele oder Taylor Swift sicher darüber trefflich streiten, ob sie es überhaupt noch nötigt hätten. Also diese Sache mit dem Geld und noch mehr Geld. Zumal es das breite Fußvolk der Künstlerinnen und Künstler es sich nach wie vor nicht leisten kann, ausschließlich von ihrer Begabung zu leben. Darauf aber, ob jemand nicht schon genug Geld hat oder nicht, kommt es nicht an.

Unsplash / Pixabay

Im Zusammenhang mit den Streaming-Diensten wird behauptet, durch gestreamte Musik würde bei den Künstlern zu wenig hängen bleiben. Im Detail kann ich das als Laie nicht beurteilen. Vermutlich zutreffen wird es auf die Mehrzahl der weniger bekannteren Künstlerinnen und Künstler sicher. Ob das in erster Linie am Geschäftsmodell der Streaming-Dienste liegt oder ganz andere Gründe hat, müssen andere klären. Mein Eindruck ist an dieser Stelle eher der, dass man insgesamt über Förderung von Künstlern und Kunst nachdenken müsste.

Kommen wir aber wieder zurück zu Adele. Und warum ich die Entscheidung, „25“ nicht bei spotify und anderen Streaming-Anbietern zur Verfügung zu stellen, für dumm halte.

Echte Fans von Adle werden sich wahrscheinlich das Album kaufen. Entweder in digitaler Form oder sogar als „echte“ CD. Der Rest, nun ja. Findet wie ich die Künstlerin ganz gut, oder eher mittelmäßig, wie auch immer. Man freut sich ihre Lieder zu hören, ob im Radio oder als Stream — was ja im Prinzip gerade bei Nutzung fremdbestimmter Playlisten auch wie Radio ist. Einige davon finde die Musik gut, würden sie sich aber nicht kaufen. Da sie aber auf den Genuss nicht verzichten wollen, besorgen sie sich die Musik auf ganz andere Weise. Mit dem Ergebnis, das Adele daran überhaupt nichts verdient.

Unabhängig davon wie viel Geld Musikerinnen und Musiker über gespielte Titel bei spotify und Co. bekommen, sie bekommen immerhin noch Geld. Ganz im Gegensatz zu illegalen Downloads. Über die Lizenzmodelle der Anbieter muss man sich diskutieren. Streaming an sich aber rundum abzulehnen, ist aus meiner Sicht ein deutlicher Rückschritt. Gerade durch das Streaming hat das Raukopieren von Musik erheblich an Attraktivität verloren. Das gilt meines Erachtens in gleicher Form für Filme und Serien.

Zustimmen kann ich allerdings der Ablehnung von Gratis-Angeboten. Die sind nicht nur den Musikern ein Dorn im Auge, sondern auch mir als zahlenden Hörer.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren