Eine Brickumentary

Eine Brickumentary

LEGO-Steine sind ein essentieller Bestandteil meiner Kindheit gewesen. Sicher, ich habe auch mit Playmobile gespielt — und noch heute erinnere ich mich an das Piratenschiff, welches ich nie hatte, aber immer von träumte.

LEGO jedoch waren die Steine, mit denen Träume Wirklichkeit werden konnte. Zwar nicht immer ganz so wie das Original, aber in der Phantasie sah es genau richtig aus und es ließ sich prima damit spielen. Eine komplette Themenwelt besaßen weder ich noch später mein Bruder, sondern immer nur einzelne Modell aus einer Reihe. Hier mal eine Feuerwehrstation, da ein Raumschiff, Polizeiauto oder ähnliches. Ab und an gab es auch eine Mischung Buntes vom Flohmarkt.

Alexas_Fotos / Pixabay

Gestört hat mich das nicht, es waren genügend Teile da. Daraus entstanden dann Sternzerstörer, Leuchttürme mit echtem Licht (was man so aus einer Baustellenlampe machen kann, wenn man sie auseinander montiert…) und Teile des „Tempel des Todes“ von Indian Jones. Auch mit anderen Spielsachen ließ sich LEGO prima kombinieren. Die spätere Fehlentwicklung mit zu speziellen Bauteilen, welche den Konzern fast in die Insolvenz trieben, verpasst ich zum Glück.

Deutlich später, ich hatte gerade mein Grundstudium in Bielefeld hinter mir, begann ich wieder damit, LEGO-Steine zu kaufen. Als Erwachsener, ja als Erwachsener. Auch wenn ich das immer etwas verschämt tat und an den Kassen etwas von einem Neffen murmelte, wenn ich darauf angesprochen wurde.

Für den Kauf von LEGO gab es mehrere Gründe. Mit Puzzle aus Pappteilen konnte ich nie etwas anfangen. Aber ein LEGO-Modell zusammen zu bauen, hat für mich etwas enorm entspannendes. Zudem kamen die ersten Brik-Filme auf und es gab mit Brikwars ein Table-Top Spiel mit LEGO.

Seit dem Wochenende weiß ich, dass man sich Erwachsener in keinster Weise schämen muss, mein immer noch vorhanden Liebe zu LEGO eher etwas völlig normales ist. Und es zudem Menschen gibt, die wirklich eine sehr intensive Leidenschaft zu LEGO pflegen.

Für mich war der Film „Beyond the Brick: A LEGO Brickumentary“ ein absolutes Muss. Die Entwicklung der Firma hinter den Steiner quasi noch mal im Zeitraffer erzählt zu bekommen ist schon ganz nett. Die schönsten Momente im Film sind jedoch die, wenn Erwachsen Fans von sich und ihrem Hobby erzählen. Wenn man das Leuchten in ihrer Augen sieht und von Veranstaltungen wie der BrickFair erfährt. Manche Fans haben es sogar geschafft, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Davon träumte ich als Kind. Für das Spielen mit LEGO-Steinen auch noch bezahlt zu werden.

Über den Film kann man streiten. Oder auch nicht. Entweder mag man LEGO (und ist ein AFOL, ein „Adult-Fan-of-LEGO“), dann ist der Film sehenswert. Hält man das Ganze dagegen für Kinderkram, kann einen auch der Film nicht überzeugen und man bleibt ein NLP — eine „Non-LEGO-Person“.

2 Replies to “Eine Brickumentary”

  1. Hallo Thomas, ich erinnere mich an ein Piratenschiff auf dem ihr ein kleines Feuerchen gemacht habt danach gab es kein Piratenschiff mehr. LG kam

    1. Nein, das war kein Piratenschiff, sondern das Polizeiboot von Playmobile. Nach dem Feuer spielte das Detail aber keine Rolle mehr — weg ist weg …

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren