Ein Herr Lönneberga

Ein Herr Lönneberga

Ursprünglich nahm ich an, mein Artikel „Ein ausgeträumter Sommertraum“ würde ausreichen, um meinem Unmut Luft zu machen. Auch meinte ich, damit alles gesagt zu haben. Tatsächlich ist das jedoch nicht so, zudem hat die Sache eine weitere Dynamik entwickelt. Eine Dynamik, die ich allerdings ein großes Stück weit vorausgesehen habe. Tag für Tag verhandle ich mit Kunden, führe Gespräche und wir finden in 98 Prozent aller Fälle eine Lösung, die wir gemeinsam tragen können. Konsens ist mir privat auch sehr wichtig. In vielen Fällen versuche ich jedoch, im privaten Bereich bestimmte Dinge und vor allem Themen zu vermeiden.

PDPics / Pixabay

Aber darum geht es jetzt hier in diesem Artikel nicht. Es ist, vor allem für mich, eine Art Verlaufsprotokoll. Und möglicherweise auch für andere zum nachlesen der Ereignisse interessant.

Eine Person, nennen wir ihn Herr Lönneberga, hat bei Facebook eine Gruppe „Småland“. Die Gruppe läuft gut, man trifft sich mit Gleichgesinnten vor Ort, man lädt Menschen zu sich nach Hause ein.

Wie das im Leben so ist, kommt auch bei gleichen Interessen nicht jeder Mensch mit jedem anderen Menschen in einer Gruppe zurecht. So ist der Lauf der Dinge, und wer in seinem Leben etwas gelernt hat, weiss damit umzugehen. Schulter zu und es einfach akzeptieren.

Die meisten von uns erinnern sich an das Märchen von Dornröschen. Das ganze Drama fing damit an, dass es zu wenig Teller gab und eine Hexe nicht eingeladen wurde. Vieles aus dem Märchen kam mir in den letzten Tagen ziemlich bekannt vor, nur eben in der Realität. Und statt eines Dornenfluchs gab es am Ende den Bann aus der Gruppe. Aber schön der Reihe nach.

Wenn jemand eine Einladung zu mir nach Hause ausschlägt, weil jemand anders, mit dem er nicht zurecht kommt, auch eingeladen ist, kann ich das verstehen. Man muss jedoch kein Drama draus machen, wie Herr Lönneberga es tat.

Als ich den Termin für die nächste Veranstaltung ins Småland stellte, übersah ich ein winziges Detail. Versehentlich lud ich mehr Menschen zu mir nach Hause ein, als ich Teller hatte — um beim Märchen zu bleiben. Schnell korrigierte ich das und lud alle wieder aus, um dann korrekt einzuladen. Unter denjenigen, die ich einlud, war auch die Person, mit Herr Lönneberga so seine Schwierigkeiten hat. Nun war Herr Lönneberga beleidigt, weil ich ihn nicht eingeladen, durch meinen Fehler auch noch wieder ausgeladen hatte, dafür aber ebene jene Person.

Daraufhin wurde ich aus der virtuellen Freundesliste von Herrn Lönneberga entfernt. Auch bei seinem Zweit-Account, also alles andere als versehentlich, wie später behauptet wurde.

Nun gut, ich muss nicht mit jedem „befreundet“ sein. Lönneberga vertrat seine Position beharrlich, was mich dann dazu veranlasst, auf die Teilnahme an Veranstaltungen zu verzichten, wo Herr Lönneberga ebenfalls anwesend sein würde — auch im Interesse der anderen Teilnehmer, um ihnen den Spaß an der Sache nicht zu verderben.

Wenn man konsequent vorgeht, kann man nicht immer Zustimmung erwarten. Schnell merkt man aber, was echte und was falsche Freunde sind. Nach Paul Watzlawick kann man nicht nicht kommunizieren. Schweigen ist für mich daher auch ein Signal, auch eine Positionierung für eine bestimmte Seite.

Nach meinem ersten Beitrag hier im Blog war es ziemlich ruhig. Natürlich bin ich jemand, der liest. Auch liest, wer sich so mit wem wo trifft. Dumm bin ich nicht und so mach ich mir halt auch meine Gedanken. Selbstverständlich wird hinter meinem Rücken geredet.

In der Konsequenz habe ich dann gestern den Termin für nächste Woche Freitag abgesagt:

Liebe Mitspieler,

eine Reihe von Gründen hat mich dazu bewogen, den Termin nächste Woche Freitag entfallen zu lassen. Eine Teil der Gründe dürften X und Y bekannt sein.

Z, dir kann ich das gerne noch mal per PN erklären.

Einen Ausweich- / Ersatztermin wird es in diesem Jahr nicht mehr geben, was N. und ich dann nächste Jahr anbieten und ob wir überhaupt wieder einen Termin anbieten, steht derzeit in den Sternen.

Mit Bitte um euer Verständnis,

Thomas

Dann folgten zwei sehr nette PN-Kontakte, in der Verständnis geäußert wurde. Und ein Kommentar zu meinem Posting, in dem das alles nicht nachvollzogen werden konnte.

Wie dem auch sei, kurz vor dem zu Bett gehen löschte ich dann den Termin in der Gruppe, nach dem ich mir sicher war, dass alle ursprünglich Eingeladenen meinen Hinweis gelesen (heisst ja nicht auch gleichzeitig verstanden) hatten.

Dann ging ich schlafen. Heute Morgen dann war ich nicht mehr Mitglied der Gruppe „Småland“. Herr Lönneberga hatte mich wohl entfernt. Weil ich einen Termin abgesagt habe. An dieser Stelle kann sich jeder seine eigenen Gedanken machen. Ich tat das jedenfalls.

Man lernt als Erfahrung draus, dass einen nur von einer Person moderiert werden sollte. Zu schnell wird andernfalls die sachliche Ebene verlassen. Nochmal möchte ich an dieser Stelle betonen, dass ich mich nicht erpressen lassen. Wenn ein Moderator meint, ein Verhalten, welches im persönlich nicht gefällt und welches mit der Gruppe an sich nichts zu tun hat zu sanktionieren, dann hat er eindeutig Grenzen überschritten. Wenn sein Verhalten dann auch noch stillschweigend geduldet wird, weil man es sich mit ihm ebenfalls nicht verscherzen will — nun, dann weine ich solchen Menschen keine Träne hinterher.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren