Rumjamern später

Rumjamern später

Am vergangen Wochenende, genauer gesagt in der Nacht vom Samstag auf Sonntag wurde die Zeit umgestellt, mal wieder. Wie jedes Mal ist das eine Überlegung wert, ob ich über den Unsinn der Zeitumstellung herumjammern soll oder nicht. Der perfekte Zeitpunkt dafür wäre allerdings zwei bis drei Tagen gewesen.

Das ich mich diesmal überhaupt wieder zum Thema äußere und dann auch noch mit Verspätung, liegt am grippalen Infekt, der mich bis Montag niederstreckte – so richtig fit fühle ich mich allerdings heute auch noch nicht. Jedenfalls, die Uhren wurden am Wochenende zurück gestellt. Überraschenderweise empfand die „geschenkte“ Stunde am Sonntag infolge der Erkrankung zum ersten Mal als Wohltat. Draußen ein etwas ungemütlicheres Herbstwetter, kroch drinnen die Zeit langsam vor sich hin. Mein Kopf, der Langeweile normalerweise nicht kennt, freute sich darüber, einfach mal nichts zu tun. Aus dem Fenster starren, dösen. Mehr nicht. Das Schöne daran ist, es zu dürfen weil man krank ist. Wobei, wer verbietet es einem, wenn man gesund ist? Wohl überwiegend der innere Zwang, den man so in sich aufgesogen und zur Selbstverständlichkeit gemacht hat, dass man ihn schon gar nicht mehr als Zwang empfindet.

Security / Pixabay

Langeweile ist in unserer Gesellschaft verpönt. Faulenzer, Nichtsnutz – so Begriffe, die zumindest mir durch den Kopf gehen. Auch wenn es den Begriff „chillen“ gibt, etwas was sich gerade in der jüngeren Generation einer gewissen Beliebtheit erfreut, glaube ich nicht, das so was Bestand haben wir. Dafür dreht sich das Rad in der Leistungsgesellschaft, wo jeder Mensch nach seiner Nützlichkeit gewogen wird, zu schnell.

Aber ich schweife ab (auch ein Stück Luxus, wenn man so will). Die Zeitumstellung, um das wieder aufzugreifen, ist immer eine Herausforderung. Morgens ist es momentan wieder etwas heller, dafür abends etwas früher dunkel. Genau daran liegt das eigentliche Problem, oder wenn man so will, Grundmissverständnis bei der Zeitumstellung. Es handelt sich lediglich um einen Taschenspieler Trick. Netto bleibt die Zeit, in der es tagsüber hell ist , die gleiche. Das Argument für die Sommerzeit, man können dann den Abend noch länger im hellen verbringen ist ehedem idiotisch. Wer berufstätig ist (und eben keine Langeweile hat), steht morgens meistens zu einer Zeit auf, die einem Durchmachen bis tief in die Nacht entgegen steht.

Jetzt habe ich aber doch gejammert, vor allem mehr als beabsichtigt. Man schiebe das bitte auf den grippalen Infekt – oder gerne auch auf die Zeitumstellung.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren