Die magische Maus der Geldvermehrung

Die magische Maus der Geldvermehrung

Während ich im Büro nach wie vor eine kabelgebunden Maus für 10 Euro eines großen deutschen Kaffeehändlers (ja, der verkauft tatsächlich auch noch Kaffee) benutze, dient zu Hause eine Magic Mouse unter meiner Hand. Mit der Maus bin ich nach wie vor sehr zufrieden. Kritik an der Form, die angeblich nicht ergonomisch sei, kann ich nicht nachvollziehen. Ich hatte Zeit die runde Apple-Maus, diesen merkwürdigen Puck — die war wirklich nicht ergonomisch und ließ sich nur mit „Adapter“ einigermaßen bedienen.

Bildschirmfoto 2015-10-16 um 14.08.17
Los, füttere mich!

Meine Magic Mouse läuft umweltschonend mit wiederaufladbaren Akkus, die über das sehr stylische Ladegerät von Apple aufgeladen werden. Sofern die Akkus das Ende der möglichen Ladezyklen erreicht haben (was schon mal häufiger passiert ist), werden sie kostenkünstig ersetzt. Je nach dem, wo man kauft, kosten vier eneloop AA Batterie rund 12 Euro. Da die Batterien von mir und meiner Frau auch in den Tastaturen verwendet werden, mussten wir in den letzten Jahren tatsächlich bisher sechs neue Batterien kaufen. Gesamtkosten auf rund fünf Jahre etwa 20 Euro.

Mittlerweile hoffe, meine Magic Mouse wir mir noch lange treue Dienste leisten, denn Apple hat den Nachfolger diese Woche vorgestellt. Die Magic Mouse 2 ist leichter, und kommt, laut Apple, ohne Einwegbatterien aus. Sie enthält:

eine vollständig wiederaufladbare – und recycelbare – Lithium-Ionen-Batterie. Dadurch brauchst du nie wieder Alkalibatterien, die nachher nur auf der Mülldeponie landen.

Ja Moment, ich habe aber wiederaufladbare Batterien verwendet. Extra mit dem Ladegerät. Habe ich da jetzt etwas falsch verstanden?

Die neue Maus hat einen fest verbauten Akku. Für mich ist das keine Weiterentwicklung, erst recht keine Verbesserung. Über ein Lightning auf USB Kabel (wird ausnahmsweise mitgeliefert) lässt sich die Maus aufladen, aber da sich der Anschluss an der Unterseite ( da wo Krümel in die Maus reinkommen) befindet, während dessen nicht benutzen.

Besonders pfiffige Zeitgenossen werden sich jetzt denken: nun kein Thema, lade ich die Maus halt nachts am Rechner auf. Pech gehabt. Wenn der Mac im Ruhezustand ist, liefert der USB-Port keinen Strom. Warum sich Apple so eine idiotische Lösung ausgedacht, kann ich nicht nachvollziehen. Wirklich innovativ wäre eine Aufladung über Induktion gewesen, am besten über ein Mauspad, welches eine gleichzeitige Verwendung ermöglicht.

Klingt zu futuristisch? Merkwürdigerweise hat Apple für die erste Magic Mouse ein ähnliches Zubehörteil im Angebot, den Mobee Magic Charger.

In der neuen Tastatur schlummert ebenfalls ein fest verbauter Akku. So was ist für mich nicht umweltschonend, sondern das Gegenteil. Als Nutzer will ich die Batterien einfach selber austauschen können. Als andere benachteiligt mich erheblich. Die neue Maus von Apple kosten 89 Euro. Wie lange sie halten wird, weiss noch niemand. Wie bei allen Akkus verliert auch dieser mit der Nutzungszeit an Kapazität. Ist diese erschöpft, muss man sich eine neue Maus kaufen. Oder den Apple von Apple wechseln lassen, was möglicherweise ähnlich teuer wird.

Ganz ehrlich, für Verbrauch sind das keine guten Nachrichten. Mir geht der Trend zu fest verbauten Akkus schon länger gehörig auf die Nerven. Apple ist da auch keine Ausnahme, obwohl der Konzern hier in letzter Zeit deutlich übertreibt. Es wird Zeit für eine EU-Verordnung, durch den Verbrauch tauschbare Akkus verbindlich vorschreibt. Aus meiner Sicht ein guter Beitrag zum Umweltschutz, weil man dann ein Gerät noch länger nutzen kann — schließlich ist der Akku das Verschleißteil Nummer eins auch im iPhone. Die fest verbauten Akkus sind aus meiner Sicht nur dazu da, den Kunden das Geld aus der Tasche zu ziehen und sie zu Neukäufen zu zwingen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren