Zwei Tage zum Preis von zwei

Zwei Tage zum Preis von zwei

Im letzen Jahr, nach der Spielemesse in Essen war uns klar, wir würden künftig eigentlich nur zwei Optionen haben. Entweder auf den Besuch der Messe vollständig verzichten oder aber an mehr als nur einem Tag durch die Hallen zu laufen und zu spielen.

Zwischen Oberstufe und dem Ende meines Zivildienstes gab es Jahre, in denen ich an allen Tagen auf der Spielemesse war. Zusammen mit Freunden hatte ich eine Dauerkarte, wir schafften es, sehr viel anzuspielen.

Ist schon etwas her. Seit damals hat sich einiges verändert vor allem aber ist die Messe größer und voller geworden. Statt einer Hand voll Highlights gibt es mindestens einen ganzen Zettel voll. In diesem Jahr habe ich mir die Mühe gemacht, vorab eine Tabelle zusammen zu stellen mit den Spielen, die in Frage kommen. Drauf standen weniger Neuheiten als Spiele, die meine Frau und ich bereist gespielt haben. Im Prinzip der Jahrgang 2014, wenn man so viel. Die spannende Frage für mich war, ob ich an diesem Plan am Donnerstag und Freitag, unseren beiden Messetagen, festhalten würde. Oder ob wir am Ende doch wieder ganz andere Spiele nach Hause tragen würden.

Wahnsinnig voll — Essen 2015
Wahnsinnig voll — Essen 2015

Gerüstet haben wir uns in jedem Fall auch mit einer blauen IKEA-Tasche (quasi die Vorstufe zur Sackkarre). Was wir uns explizit nicht vorgenommen haben: Versuche zu unternehmen, bestimmte Spiele zu spielen. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass man dort zum spielen kommt, wo gerade ein Platz frei ist. Manchmal entdeckt man auf diese Weise ein gutes Spiel und manchmal ist man begeistert, kauf das Spiel in einer Art Messeeuphorie, nur um daheim festzustellen, was für eine Möhre man da mitgebracht hat.

Tag 1

Wenn man wie ich keine Herbstferien, aber dafür eine Woche Urlaub hat (extra für die Spielemesse), dann ist das Letzte was man möchte, zur Arbeit zu fahren. Zur gleichen Zeit die gleiche Strecke zu nehmen. Da sich die Messe in Essen aber genau in dem Stadtteil befindet, wo die Agentur, in der ich arbeite, ihr Büro hat, lässt sich so was nicht vermeiden.

Was wir aber wirklich gerne vermieden hätten: die Chaostage bei der Bahn. Ein Unternehmen, welches 50-Jahre alte Technik verwendet, die dann abfackelt und einen wichtigen Verkehrsknotenpunkt lahm legt, hat jedes recht verwirkt, für sich mit dem Slogan „Unternehmen Zukunft.“ zu werben. Beim Stellwerkbrand in Mülheim an der Ruhr handelt es sich nicht um höhere Gewalt, sondern um höchste Geldgeilheit. Alles für den Börsengang.

Aber gut, eigentlich wollte ich ja über die Messe schreiben, die wir mit einer Verspätung von über einer Stunde erreichten. Voll war es. Voll waren auch unsere Tragetaschen und das schon recht früh. Wenn es um kleinere Auflagen oder Promotion-Erweiterungen geht, kann man eigentlich eher zu spät kommen. Die Eclipse-Erweiterung „Black Hole“ gab es entsprechend nicht mehr.

Während wir uns über Stunden abschleppten, weil es Menschen gibt, die zu zweit unbedingt auch zwei Schließfächer belegen müssen und diese extrem rar sind, bekamen wir nirgends einen freien Platz um auch mal Spiele auszuprobieren. Wir setzen auf den zweiten Tag, an dem wir auch definitiv fast nichts mehr einkaufen wollten, wie wir auf der zwei Stunden langen Rückfahrt nach Köln beschlossen.

Ausbeute
Ausbeute

Tag 2

Natürlich ist so ein Stellwerkschaden nicht über Nacht behoben, als kämpften wir auch am zweiten Tag mit Einschränkungen im Zugverkehr. Der größte Teil der anderen Messebesucher schien dagegen mit dem Auto gekommen zu sein, denn abgehalten hatten die Stellwerkstörungen zumindest gefühlt keine Besucher. Oder es wäre noch voller gewesen. Auch diesmal keine Chance, irgendwo etwas Probe zu spielen. Wir waren immer zu falschen Zeit am richtigen Ort. Während andere ihren Frust mit essen bekämpfen, taten wir das, was Spieler tun. Noch mehr Spiele kaufen. Als erstes wanderte Exploding Kittens in den Beutebeutel. Nach dem ich das Spiel auf dem Barcamp Köln kennenlernte, wollte ich das bereits vor über einem Monat kaufen. Nur gab es das nicht mit dem Soundchip — Dank der Spielemesse und dem Einsatz von 25 Euro habe ich jetzt genau diese Version im Besitz.
Besonders praktisch fanden wir heute den Stand in Halle 2, an dem man Kartenhüllen, Stoffbeutel und vor allem eine Würfelmatte aus Filz kaufen konnte. Bei dem Hersteller wird sich meine Frau sicher auch noch mal extra für die Schule eindecken.

Am Ende der zwei Tage haben wir eine zuvor mühsam freigeräumte Regalfläche gefüllt mit:

  • Funkenschlag Aktienerweiterung
  • Tera Mystica Big Box
  • Eclipse Shadow Rift
  • Robinson Crusoe Schatzkiste
  • Innovation
  • Machi Koro Großstadterweiterung
  • Hyperborea
  • Theseus
  • Macro Polo
  • Winter der Toten
  • Istanbul Erweiterung
  • Exploding Kittens
  • sämtliche Historia Erweiterungen
  • sämtliche Star Realms Erweiterungen
  • Imperial Settlers Nachbarschaftshilfe

Das Basisspiel „Historia“ war nirgends auf der Messe zu bekommen und wird uns nachgeliefert. Die platten Füße und völlig Erschöpfung gab es bereits portofrei am heutigen Abend.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren