Das Ottperium schlägt zurück

Das Ottperium schlägt zurück

Episode V — Es ist eine dunkle Zeit für die Opposition. Obwohl der Wahl verschoben worden ist, haben SPD-nahe Kräfte die Rebellen aus ihrem Stützpunkt vertrieben und kreuz und quer durch die Köln verfolgt.

Nachdem sie den gefürchteten Stimmzetteln ist entkommen ist, hat eine Gruppe Freiheitskämpfer unter der Führung von Henriette Reker jedoch einen neuen, geheimen Stützpunkt im abgelegenen Zündorf errichtet.

Die Kölner SPD – nur von dem Gedanken besessen, Jochen Ott zum Oberbürgermeister zu krönen – hat tausende ferngesteuerte Wahlhelfer auf die entlegensten Marktplätze von Köln entsendet….

Man könnte das jetzt so in diesem Stil weiterführen, spielend. Was dagegen wirklich schwer fällt: denn Wahlzirkus in Köln noch ernst zu nehmen. Tut man es doch, befällt einen angesichts des Zustands eine tiefe Melancholie. Schuld daran ist auch die SPD, der es mittlerweile gelungen ist, die Bürger an ihrer Wandlung von Saulus (Klüngel und Filz) zu Pauls zweifeln zu lassen.

Unfairer Äußerungen der SPD
Unfairer Äußerungen der SPD

Unabhängig davon, ob die für die verpfuschten Stimmzettel verantwortlichen Mitarbeiter ein SPD, CDU oder sonst wie Parteibuch haben, ist der gesamte Umgang mit den Vorgängen alles andere als Souverän. Ungefähr so souverän, wie wenn zwei neu eingekleidete Kaiser aufeinander zeigen und sich gegenseitig beschuldigen, gänzlich nackt zu sein.

Man schämt sich auch nicht dafür, die BILD heranzuziehen um seine angebliche Unschuld zu beweisen. Ja, es mag sein, dass kein SPD-Mitglied an der Erstellung der falschen Stimmzettel in Köln beteiligt war. Ebenso wurden beim schreiben dieses Textes keine Tiere gequält. Man muss aber nun nicht hingehen und hervorheben, dass

  • der Stimmzettel von einem CDU-Mitglied erstellt wurde
  • der Stimmzettel von einem CDU-Mitglied freigegeben wurde
  • der Stimmzettel vom CDU-Vorsitzenden in Köln angezweifelt wurde

Hilft das wirklich jemanden? Meiner Meinung nach verstärkt das nur noch weiter die Politikverdrossenheit der Bürgerinnen und Bürger. Als Niederrheiner verwette ich einen Kasten Diebels-Alt darauf, dass die Wahlbeteilung am 18. Oktober einen neuen Tiefpunkt erreichen wird.

Einen Tiefunkt erreichte diese Woche auch noch die SPD in Lindenthal mit einem Posting bei facebook.

Frau Reeker ihr Engagement im Wahlkampf vorzuwerfen, ist ziemlich niederträchtig. Was soll sie denn machen? Ihren Urlaub unterbrechen, ihre Kandidatur zurückziehen? Man sollte sich in Lindenthal ernsthaft fragen, ob man mit solchen Äußerungen nicht bereits den Boden der Demokratie verlassen hat. Ein Einzelfall ist das soweit ich weiss nicht, denn aus Lindenthal kam zuvor auch der Vorschlag, zur Einsparung von Kosten und Vermeidung einer Stichwahl doch gleich Ott zu wählen.

In der E-Mail gestern von Jochen Ott gibt es jedoch eine Passage, bei der er meinen voll Zustimmung hat.

Was ich am BILD-Artikel gar nicht in Ordnung finde, ist, dass zwei einfache Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung namentlich an den Pranger gestellt werden. So was darf nicht sein.

So was gehört sich einfach nicht, erst recht nicht, wenn man auch noch Bilder der betreffenden Personen veröffentlicht. Vor allem gilt bis zur vollständigen Aufklärung des Sachverhaltes nach wie vor die Unschuldsvermutung.

Das Einzige, worüber man diese Woche zumindest schmunzeln konnte war die Versteigerung einiger nun unbrauchbaren Wahlzettel bei ebay für rund 28 Euro. Denken wir lieber nicht darüber nach, ob das nicht auch noch ein Nachspiel haben wird, denn schließlich hätten die Stimmzettel allesamt vernichtet werden müssen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren