Die Schlacht um Westeros

Die Schlacht um Westeros

Vor etwas mehr als drei Jahren bekam ich von meinen Kollegen im Büro „Die Schlacht um Westeros“. Zum dem Zeitpunkt konnte ich weder mit George R. R. Martin, noch mit „Das Lied von Feuer und Eis“ oder „Game of Thrones“ etwas anfangen. Auf die Wunschliste war das Brettspiel auf Grund eines sehr positiven Testberichts bei 4Players gekommen. Epische Schlachten, so was gefällt sowohl meiner Frau als auch mir. Nach dem Ende unserer Warhammer 40k-Phase (die wiederum eine Vorgeschichte hatte) versprach das Spiel genau das zu sein, was wir immer schon mal spielen wollten — und, wenn ich mich richtig erinnere, kannten wir bereits Memoir ’44.

Am zweiten Wochenende im Januar damals packten wir erwartungsvoll die Schachtel aus. Und dann waren wir erstmal abgeschreckt. Ein paar Details aus dem Testbericht hatte ich wohl übersehen, denn an ein schnelles losspielen war nicht zu denken. 138 Armeeeinheiten wollte auf Sockeln befestigt werden, am besten mit Kleber. Dazu musste noch das restliche Material aus dem Stanzbogen gelöst werden — was wir lediglich schafften an diesem Tag.

An Rickard Karstark kommt niemand vorbei
An Rickard Karstark kommt niemand vorbei

Nicht unerwähnt sollten auch noch die Regeln bleiben. Zwei Hefte lagen der Spielpackung bei, ein Regelheft und eines für die Szenarien. Sofort drauf los zu spielen, rückte in weite Ferne. Kurzum, das Spiel landete wieder im Regal. Dort setzte es Staub an. Selbst als wir endlich die Serie „Game of Thrones“ für uns entdecken, kam uns das Spiel nicht in den Sinn.

Erst als wir Anfang der Sommerferien im Rahmen einer epischen Runde Advanced Civilization beim Gastgeber das Spiel im Regal entdeckten, erinnerte ich mich wieder daran, gleiches auch zu Hause schon mal gesehen zu haben. Mit etwas Vorlauf wurde eine Einführungspartie vereinbart, bei dem mir gleichzeitig auch das Spiel erklärt werden sollte. Vergangene Montag war es dann soweit und Dank Nic verstand ich endlich, wie „Die Schlacht um Westeros“ funktioniert.

Auch wenn ich normalerweise mit Spielregeln keine Probleme habe, stieß ich bei „Die Schlacht um Westeros“ bisher an eine Grenze. Die Geduld ging mir aus und meine Frau und ich griffen dann immer nach Memoir ’44 oder BattleLore — das Schicksal eines Spieles, welches den gleichen Mechanismus zu haben scheint.

Westeros wurde bisher bei mir immer zu Verhängnis, dass ich den Vergleich zu den anderen Spielen aus der Familie „Commands & Colors“ von Richard Borg zog. Dabei basiert DSuW zwar darauf, ist doch ganz anders, auch von einem anderen Autor. Und das muss man erstmal verstehen.

Bei DSuW ist der Zufall deutlich reduzierter als bei den anderen Spielen aus der Familie. Das Spielfeld ist nicht in Sektoren unterteilt, auf die sich die Kommandokarten beziehen. Statt dessen gibt es mehrere Anführer auf dem Schlachtfeld, die untergebenen Einheiten sofern sie in Reichweite sind, Befehle geben können. Zusätzlich hat man noch die Möglichkeit, einzelne Einheit unabhängig vom Anführer zu bewegen. Das gibt dem Spiel mehr taktische Tiefe.

Gut gelöst bei DSuW ist auch die unterschiedliche Stärke der Einheiten. Während die Grünen schwach, aber meistens schneller sind, gibt es die mittel-schweren Blauen und die schlagkräftigen, gut gepanzerten (aber dafür langsamen) roten. Ähnlich ist das bei BattleLore auch, aber bei DSuW schlägt sich das auch auf die Würfel nieder. Auf einem achtseitigen Würfel gibt es drei Treffersymbole für grün, zwei für blau und eines für rot — und noch ein paar besondere Symbole. Die Wahrscheinlichkeit, einer roten Einheit Schaden zu zufügen ist damit deutlich geringer. Allein das finde ich an DSuW schon ziemlich gut gelöst.

Hinzu kommt natürlich der Hintergrund. Man ist nicht an einer anonymen, blauen Spielfigur gescheitert, sondern an der Zähigkeit von Rickard Karstark. So entstehen Legenden auf dem Spielbrett.

Fazit: Bei uns wird „Die Schlacht um Westeros“ wohl noch häufiger auf den Tisch kommen. Auch die Erweiterungen werden wir uns wohl anschaffen. Wobei es hier sehr schade ist, dass es allen Anscheins nach derzeit keine Pläne seitens Fantasy Flight Games gibt, Neuheiten für DSuW auf den Markt zu bringen.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren