Episches bei Kickstarter

Episches bei Kickstarter

Investitionen in die Zukunft sind in der Regel eine Sache zwischen mir und meiner Hausbank. Oder einer der Versicherungen. Geld einfach so jemanden anzuvertrauen, den man weder persönlich kennt noch von ihm vor zwei Wochen überhaupt etwas gehört hat, ist so eine Sache. Vor ein paar Jahren hätte ich bei so was ein mindestens mulmiges Gefühl gehabt. Gut, ehrlich gesagt bin ich in Bezug auf Plattformen wie Kickstarter immer noch etwas skeptisch.

Allerdings lässt es sich nicht leugnen, welche Bedeutung diese Art der Investitionen ins Projekte und Produkte mittlerweile bekommen hat. Für mich zeigt sich das sehr deutlich in einem Bereich, in dem ich mich etwas auskenne. Gesellschaftsspiele sind mein Hobby, schon über 20 Jahre lang. Während des Studiums in Bielefeld habe ich zeitweise in einem Spieleladen gearbeitet, die jährliche Spielemesse in Essen kenne ich nicht nur vom Hörensagen.

blickpixel / Pixabay

Durch meine Affinität zum Internet und mit einem offenen Ohr für Neuerungen ist mir Crowdfunding schon länger ein Begriff. Wenn auch etwas, siehe oben, was ich mir persönlich nicht vorstellen konnte. Die Schnittmenge jedoch ist mittlerweile so interessant, dass auch mich die Faszination gepackt hat. Noch vor ein paar Jahren gab es zwei Möglichkeiten für Spieleautoren, ihr Spiel herauszubringen. Entweder fand sie einen Verlag oder aber sie brachten ihre Idee in Kleinstauflage selber heraus. Letzteres war mit großem Risiko verbunden, insbesondere dann, wenn das Ergebnis nicht nach Bastelstunde einer vierten Klasse aussehen sollte.

In meiner Sammlung befinden sich Spiele wie „Winzige Weltreiche“ und „Alien Frontiers“, spiele die in ihrer Erstauflage durch Mikroinvestment finanziert wurden. Trotz ihres Erfolges und der Tatsache, dass auch ich mir sie kaufte, blieb ich skeptisch. Bis mich vor zwei Wochen „Star Realms“ erwischte und aus dem Stand heraus überzeugte. Mittlerweile habe ich auch die deutsche Ausgabe des Kartenspiels und kann es einfach nicht oft genug spielen.

Die Entwickler von Star Realms habe mittlerweile ein weiteres Projekt am Start, ein Kartenspiel mit dem Namen „Epic“. Die Beschreibung des Spielmechanismus, die Gestaltung der Karten – es überzeugte mich. Mittlerweile gehöre ich auch zu den Unterstützern bei Kickstarter und freue mich, wenn das Spiel im kommenden Herbst erscheint. Das das passieren wird, daran gibt es wenig zu zweifeln. Bei Aktien würde,man von einer zig-fachen Überzeichnung sprechen. Viele andere Spieler, so wie ich, sind nach dem Erfolg von Star Realms offensichtlich überzeugt davon, dass White Wizard Games ein weiterer Hit gelingen wird.

Epic verspricht, ein Sammelkartenspiel ohne den Nebeneffekt des Sammelns zu sein. Quasi die Essenz von Magic the Gathering in einer Schachtel zum Preis von 15 Euro. Nach allem was ich bisher in Erfahrung bringen konnte, glaube ich diesem Versprechen und freue mich auf die Bonuskarten, die man exklusiv als Unterstützer erhält.

Was die Art der Finanzierung angeht, bin ich neugierig geworden. Wenn so was mit Gesellschaftsspielen funktioniert, warum sollte es nicht auch möglich sein mit Büchern? Statt also einen Verlag zu finden oder seinen Roman als Selfpublisher herauszubringen, ihn über Kickstarter vorab zu finanzieren. Den Gedanken werde ich mal weiterverfolgen.

Nachtrag: Als quasi deutsches Gegenstück zu Kickstarter speziell für Brettspiele gibt es die Spieleschmiede des Versandhändler Spiele-Offensive. Dort finde man zwar deutlich weniger Projekte als bei Kickstarter, aber ich vermute, dass bei Spielen die Versandkosten erheblich ziviler sind.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren