Nur auf den zweiten Platz

Nur auf den zweiten Platz

Der zweite Tag auf dem WordCamp Köln 2015. Für mich sind die zweiten Tage von fast allen Wochenend-Veranstaltungen immer etwas anstrengen. Meistens deshalb, weil ich mir den Sonntag zusätzlich voll packe — unnötig wäre hier falsch, es ist einfach die Zufälligkeit gleichzeitig stattfindender Ereignisse. Vor die Wahl gestellt, entweder WordCamp oder Kölner Spieletreffen habe ich selbstverständlich beides genommen. Klone wäre in solchen Fällen vermutlich Effektiver, aber das wäre dann auch nur der halbe Spaß.

Ja, und Spaß müssen solche Veranstaltungen auf jeden Fall machen. Wobei eine Konferenz auch informativ sein sollte. Zumindest bis 14 Uhr heute sah das beim WordCamp für mich (meiner Meinung!) nicht so aus. Im direkten Vergleich zum Samstag würde ich von gerade mal einem zweiten Platz sprechen. Richtig gelohnt hat es nur wegen der Menschen vor Ort und den Gesprächen zwischen den Sessions. Im wahrsten Sinne des Wortes auf den Magen geschlagen ist mir das vegetarische Chili (eher persönliche Empfindlichkeiten) und der letzte Vortrag, den ich mir antat bevor der Entschluss feststand, noch früher als geplant nach Hause zu gehen — so habe ich als Bonus weniger Stress vor dem nächsten Termin.

Schlange stehen für Burritos
Schlange stehen für Burritos

Ich weiss, eine Session die sich an Einsteiger richtet, ist eine Session für Einsteiger. Man muss aber nun wirklich nicht bei Adam und Eva anfangen, wenn es um das Theme WordPress MU geht. Zumindest mir war der Exkurs, wie man WordPress selber installiert und die ZIP-Datei über das Webinterface des Hosters hochlädt, doch zu basic. Wenn man dabei berücksichtigt, dass die Slides zu den jeweiligen Sessions vorher eingereicht werden mussten: also ich als Entscheider hätte den Referenten gefragt, ob er diese Vorgehensweise wirklich ernsthaft beibehalten will.

Beim Vortrag vor dem Chili gab es allerdings auch schon ein paar Eigenarten. Sicher, meine Webseite dürfte eher im hintern Bereich liegen was die Ladegeschwindigkeit angeht, es ist aber auch eine Frage, bei welchem Provider man ist. Würde ich im Büro auch nur ansatzweise erwähnen, man sollte doch bitte ein Bild für eine Desktopauflösung optimieren, würde mich unser Designer zu Recht steinigen. Die Denkweise ist nämlich längst überholt. Das liegt an responsive Webdesign, mobile first und auch Bilder für Geräte mit Retina Auflösung. Hier darf man nicht einfach alles über einen Kam scheren. Zur Optimierung der Ladezeit auch mindestens eine Hand voll Plugins zu installieren widerspricht auch der Philosophie, aus Sicherheitsgründe mit so wenig wie möglich auszukommen. Vor die Wahl gestellt sich zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit zu entscheiden, wird das bei den meisten wohl auf Letzteres hinauslaufen.

Zudem sollte Geschwindigkeit auch in Bezug zu den Inhalten gesetzt werden. Ein Foto-Blogger hat ganz andere Ansprüche als jemand, der einen Shop betreibt mit Produkten, die sich auch in anderen Shops bestellen lassen — Alleinstellungsmerkmal wäre hier auch ein Stichwort.

Richtig hinten rüber gefallen bin ich jedoch bei den Preisvorstellungen der auf WordPress spezialisierten Hoster, die sich mit einem Stand vertreten waren. Die rund um sorglos Pakete richten sich wohl eher an Menschen, die mit als was über reines Design hinaus geht gar nichts zu tun haben wollen. Zu Preise, die einem die Sprache verschlagen. Ich will da nicht im Detail drauf eingehen, aber da ich selber in einer Agentur arbeite, die Hoster ist, bin ich zumindest etwas mit den Margen vertraut. Für WordPress Hosting 69 Euro pro Monat zu verlangen, ist wirklich happig. Dafür bekommt man bei uns Premium-Magento Hosting und ich wage mal die Behauptung, dass Magento „leicht“ höhere Anforderung an den Server stellt als WordPress.

Gelohnt hat sich der zweite Tag auf eine ganz andere Weise. Ein Thema, welches in keiner Session vorkam, durch den Besuch des WordCamps aber bei mir im Kopf als Frage auftaucht. WordPress als Framework für Webanwendungen. Hört sich exotisch an, aber tatsächlich wurde zumindest im englischen Sprachraum dazu bereits einiges geschrieben. Für mich ist das Thema beruflich gerade sehr interessant, WordPress wird ist mir da eine zusätzliche viel versprechenden Option. Möglicherweise entsteht daraus für ein späteres was auch immer Camp eine eigene Session.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren