Dein Dungeon auf dem Schreibtisch

Dein Dungeon auf dem Schreibtisch

Das Genre der so genannten Roguelike Spiele war mir bisher nicht bekannt. Erst durch positive Berichte zu einem der neusten Vertreter für iOS (nur iPad) stolperte ich darüber. Ob Desktop Dungeon dabei ein typischer Vertreter ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist aber, um es vorweg zu nehmen, ein verdammt gutes Spiel.

In Desktop Dungeon geht es darum Geld für den Aufbau einer fiktiven Stadt zu erhalten, welches man durch meistern von Dungeons bekommt. Nach und nach stehen einem für diese Aufgabe unterschiedliche Klassen und Rassen (denen man in den Dungeons begegnet) zur Verfügung.

Eine Stadt im Aufbau
Eine Stadt im Aufbau

Bevor man ein der zufällig generierten Dungeons betritt, kann man sich ausrüsten — sofern man bereits die Schmiede freigeschaltet hat. Dann wählt man Rasse und Klasse aus, nimmt sich eine der offenen Quest und los geht es. Der Charakter, mit dem man den Dungeon versucht zu meistern, fängt grundsätzlich immer auf Stufe eins an. Durch die unterschiedlichen Rassen gibt es Boni beziehungsweise Spezialfertigkeiten, die sich auch drauf auswirken, was passiert wenn man Gegenstände und Zaubersprüche konvertiert. Beim Halbling zum Beispiel kann man auf durch das Umwandel Heiltränke generieren.

Der Dungeon besteht nur aus einer Ebene, die man Stück für Stück zu sehen bekommt. Dabei sollte man gut überlegen, wann man den Nebel lichtet, denn mit jedem neu freigelegtem Teil wird der Charakter ein Stück weit geheilt und verbrauchtes Mana (notwendig für den Einsatz von Glyphen) wird aufgefüllt.

Die Gegner, denen man begegnet, habe unterschiedliche Stufe, von 1 bis 10. Je geringer der Abstand der Stufe des Gegners von der eigenen Stufe ist, desto wahrscheinlich überlebt man einen Kampf — der nur stattfindet, wenn man angreift.

Ein Dungeon will entdeckt werden
Ein Dungeon will entdeckt werden

Je nach dem, wie man spielt und wie der Dungeon aufgebaut ist, hat man früher oder später den Punkt erreicht, wo alles entdeckt ist und der Endgegner (der besiegt werden muss, um den Dungeon zu meistern). An diesem Punkt kommt es darauf an, welche Stufe man erreicht hat und dadurch überhaupt eine Chance besteht, den Dungeon-Boss zu besiegen. Wichtig ist auch, wie viele Heil- und Manatränke noch zur Verfügung stehen.

Man wird scheitern. Und das nicht nur einmal. Dennoch wagt man einen neuen Anlauf. Einen weitern und noch einen. Scheitert immer wieder. Aber irgendwann schafft man den Dungeon. Das Erfolgsgefühl ist dann um so schöner. Die errungene Trophäe tauscht man gegen Gold, um das eigene Königreich auszubauen — was neue Bereiche auf der Quest-Karte freischaltet so wie weitere Klassen zur Auswahl ermöglicht. Oder Upgrades, Ausrüstung, die man mit in den Dungeon nehmen kann (gegen Gold, versteht sich).

Mit 9,99 Euro sei das Spiel kein Schnäppchen, wie in einem deutschen Blog jemand schrieb. Ehrlich, solche Aussagen finde ich ziemlich daneben. Erstens, weil man für die Summe bei Desktop Dungeon wirklich einen enormen Spielwert bekommt und lange mit dem Spiel unterhalten wird. Und zweitens deshalb, weil ich immer noch nicht nachvollziehen kann, welchen Maßstab man bei solchen Aussagen zu Grunde legt. Etwa Free-to-Play Spiele, bei denen man am Ende weit über 60 Euro ausgegeben hat? Mit Spielen auf Konsolen (und dessen Liga dürfte sich Desktop Dungeon auf Grund des Unterhaltungswertes durchaus befinden)? Bei denen nehmen nur wenigsten Anstand, wenn ein Titel (wie die meisten Konsolenspiel) 70 Euro kostet.

Desktop Dungeon ist ein empfehlenswertes Spiel. Allerdings sollte man über gute Englischkenntnisse verfügen, andernfalls entgeht einem so einiges von dem, was die Nichtspielerfiguren zu erzählen haben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren