Mehrfachuntergang des Abendlandes

Mehrfachuntergang des Abendlandes

Innerhalb der letzten Tage ist offensichtlich das Abendland mehrfach untergegangen, ohne das wir es besonders gemerkt oder dran größeren Anstand genommen haben. Erst das Traifeinheitsgesetz in Deutschland, dann das Votum für die gleichgeschlechtliche Ehe in Irland, die Verhaftung von FIFA-Funktionären in der Schweiz auf Grund eines Korruptionsverdachtes. Schließlich die Erkenntnis, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel bereits im Sommer 2013 wusste, es würde nie ein No-Spy Abkommen mit den USA geben. Zu allem Übel auch noch eine sogenannte sozialdemokratische Partei, die zusammen mit einer Koalition aus CDU und CSU heute die Voratsdatenspeicherung beschlossen.

Und dann gibt es da noch alte Männer im Vatikan, die das Votum der Iren als „Niederlage für die Menschheit“ bezeichnen. Ja genau jene Gruppe von Männer, die sich auf Sex verzichten, sich aber teilweise an minderjährigen Schutzbefohlenen vergehen.

markus53 / Pixabay

Wie bereits geschrieben, keine besondere erfreulichen Tage derzeit. Die einen wittern den Untergang des Abendlandes, während die anderen ungenierte die Bürgerrechte beschneiden. Ein Trost bleibt immerhin: in einer Demokratie darf man zumindest diejenigen frei wählen, die einen belügen.

Kommen wir aber noch mal zurück auf die alten Männer — nein, nicht die Fußballfunktionäre, sondern die im Vatikan. Meiner bescheidenen Meinung nach ist es verdammt (sic!) einfach, sich ihrer zu entledigen. Ein einfach Austritt aus der katholischen Kirche reicht. Ich frage mich so wie so permanent, was die ganze katholischen Kirchenkritiker davon abhält, ihre Konfession zu wechseln oder abzustreifen. Es mag wirklich Dinge geben, die gottgewollt sind. Alte Männer in Frauenkleidern, die realitätsfremd ein Weltbild postulieren, welches aufgeklärte Menschen ablehnen, gehört auf jeden Fall nicht dazu.

Wenn man unbedingt unbequeme Wahrheiten vertreten und für die gerechte Sache eintreten will, dann gibt es ganz andere Tummelplätze dafür (siehe oben).

Was die Fifa angeht, wundert mich eigentlich nur, warum sich andere wundern, das sie korrupt sei. Der Fußballweltverband war für mich eigentlich schon länger Inbegriff dafür — aber gut, ich habe ja von Fußball keine Ahnung. Im Grund genommen interessiert mich Fußball auch gar nicht. Trotzdem werde ich die Berichterstattung über den neusten Fifa-Skandal aufmerksam verfolgen. Die Art und Weise, wie jetzt versucht wird, das Thema schön zu reden, wird sich in den nächsten Tagen wiederholen. Nämlich dann, wenn Bundeskanzlerin Angela Merkel endlich Stellung dazu nehmen muss, wie das denn nun wirklich war mit dem No-Spy Abkommen.

Ebenfalls wird Sigmar Gabriel zusammen mit Heiko Maas der SPD dann auf gleiche Weise erklären, warum der heutige Mittwoch im Zeichen der Vorratsdatenspeicherung ein guter Tag für die SPD gewesen sei.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren