Germanys next Top Bombe

Germanys next Top Bombe

Man kann über eine Sendung, die dazu dient, ihre Moderatorin weiterhin mit lukrativen Werbeverträgen zu versorgen, geteilter Meinung sein. Vor allem dann, wenn der eigentliche Zweck der Sendung verhüllt wird und den Zuschauern als Casting-Show für angehende Models verkauft wird. „Germany’s Next Topmodel“ ist wirklich kein Format, welches ich mir persönlich anschauen würde. Aber ich kann ja auch nichts mit zwei Wochen Strandurlaub auf Malle anfangen. Die Geschmäcker sind unterschiedlich (Gott sei Dank) und es gehört zu den Gepflogenheiten, das einfach zu akzeptieren.

Hans / Pixabay

Wer in der Sendung als junge Frau auftritt, weiss welchen Regeln die Fleischbeschauung folgt. In diesem Rahmen läuft das auch mehr oder minder koscher ab, wenn man so will. Macht Frau dort mit, ist sie im Prinzip selber schuld, denn niemand wird gezwungen. Genauso wenig wird auch niemand dazu gezwungen, die Sendung anzuschauen.

In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.
Andy Warhol

Ich für meinen Teil würde im Normalfall keine Lanze für die Sendung brechen, mich aber genau so wenig über dieses Format aufregen. Wie gesagt, es ist eine freiwillige Veranstaltung. Wer unbedingt meint, sich irgend wofür einsetzen zu müssen, sollte seine Energie besser woanders investieren. Zum Beispiel, in dem er vom Erbeben betroffenen Kindern in Nepal hilft.

Kommen wir aber zu dem Grund, warum ich überhaupt über „Germany’s Next Topmodel“ schreibe. Das live übertragene Finale der letzten Staffel wurde am vergangene Donnerstag abgebrochen, nach dem in der SAP-Arena in Mannheim eine Frau anrief und damit drohte, noch während der Sendung würde eine Bombe hochgehen. Auch wenn sie nach der Evakuierung im Laufe des Abends herausstellte, dass keine Bombe existierte, so muss man doch in solchen Fällen immer vom schlimmsten ausgehen. Alles andere wäre grob fahrlässig.

Warum jedoch erst Heid Klum in Sicherheit gebracht wurde, dann die Besucher auf den VIP-Plätzen und rund 43 Minuten nach dem Anruf erst das gewöhnliche Publikum vor Ort, darf man zu Recht hinterfragen. Ein Sicherheitskonzept wird es wohl gegeben haben, aber meiner Meinung nach ist jedes Leben gleich viel wert.

Zurück zur Anruferin, denn darum geht es mir eigentlich. Ich kenne ihr Motiv nicht, vermute jedoch, dass mehr dahinter steckt als ein Scherz aus einer Laune heraus. Vielleicht ist sie in einer der Vorrunden rausgeflogen, oder aber, meine These, mit dem Konzept der Sendung nicht einverstanden. Egal was dahinter steckt, ich hoffe, ihre Identität kann ermittelt werden, so das ihr Anruf die entsprechenden strafrechtlichen Konsequenzen hat. Was sie tat, ist ein unverzeihliches Spiel den Leben von Menschen. Bei der Evakuierung des Gebäudes passierte nicht, zum Glück. Wie schnell Panik zu Toten und Verletzten führen kann und das sogar ganz ohne Bombendrohung, lässt sich an dem ablesen, was bei der Loveparade in Duisburg passierte.

Gewalt ist keine Form der Auseinandersetzung, eine Bombendrohung kein adäquates Mittel, um seien Meinung zu äußern. Gerade dann nicht, wenn es um so was wie „Germany’s Next Topmodel“ geht. Es ist nur eine verdammte Fernsehsendung, hier geht es nicht um Themen wie Endlagerung von Atombrennstäben, Fracking oder das Menschenrecht auf Grundwasser.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren