WordPress und Zen-Meditation

Kaum ist vergangene Woche WordPress 4.2 erschienen, gab es bereits gestern das erste Update, welches eine Kritische Sicherheitslücke stopft. Als Nutzer der Open Source Software ist man in der Regel gut beraten, wenn man sehr zeitnah ein Update auch durchführt. Auch dann, wenn die Version 4.2 momentan an der einen oder anderen Stellen noch Schluckauf hat.

So schreibt zum Beispiel Vladimir, dass sich seit 4.2 Plugins und Themes in WordPress nicht mehr über das Backend aktualisieren lassen. Mir ist das bisher noch nicht aufgefallen, was aber eher daran liegt, dass ich vor der WordPress Aktualisierung die verwendeten Plugins aktualisiert habe. Bei meinen beiden neuen, auf WordPress basierenden Projekten, erfolgte die Aktualisierung automatisch, aber dort sind fast keine Plugins im Einsatz.

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Wer ganz dringen Plugins auf den neusten Stand bringen muss, der sollte den von Vladimir beschriebene Lösungsweg nutzen. Allen anderen lege ich etwas ans Herz: abwarten und Tee trinken.

WordPress ist, das sollte man sich noch mal in Erinnerung rufen, eine kostenlose Open Source Software. Software wird von Menschen geschrieben und Menschen machen Fehler. Das ist zwar bedauerlich, aber so ist es eben, das Leben. Mit den Ansprüchen an die Entwickler von WordPress ist das auch so eine Sache. WordPress stellen sie uns kostenlos zur Verfügung. Wer meint, bestimmte Entwicklungen müssten anders laufen oder schneller gehen, für den gibt es einen tollen Link auf der Seite von WordPress.org: Get Involved

Insbesondere wenn man WordPress im kommerziellen Umfeld verwendet, sollt man sich die Frage stellen, was man selber an die Community zurück gibt oder ob man lediglich kostenlose Leistungen anderer „abgreift“ — und diese womöglich auch noch selber den eigenen Kunden in Rechnung stellt. WordPress wäre nie zu dem geworden, was es heute ist, wenn sich nicht weltweit so viele Menschen eingebracht hätten.

Was die Zuverlässigkeit von WordPress angeht, muss ich dafür auch mal eine Lanze brechen. Vor 10 Jahren hat WordPress mein selbstentwickeltes Blog-System abgelöst. Das gelang damals ohne Verlust der Inhalte, die konnten automatisch übernommen werden. Nicht viele Content Management Systeme können so was. Seit 10 Jahre führe ich brav die Updates von WordPress durch. Jedes Mal mit Sicherheitsbackup. Bisher benötigt habe ich das nie. Bisher verlief alles immer fast reibungslos. Selbstverständlich ist da auf keinen Fall. Aus beruflicher Erfahrung mit TYPO3 weiss ich nur zu genau, dass man mitunter bei neuen Versionen alles, wirklich alles neu aufsetzen muss — inklusive des Importes der bisherigen Inhalte, der im Worst Case sogar nur manuell erfolgen kann.

WordPress dagegen läuft. Selbst mein Galerie-Plugin arbeitet noch tadellos. Wenn man also in diesen Tag über WordPress jammert, dann ist das Jammern auf einem verdammt hohen Niveau. Verglichen mit anderen Systemen sind es eher Luxusprobleme. Sicher, es ärgert etwas. Mehr aber auch nicht. Zeit also für eine zweite Tasse Tee.

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