Baldrian geh du voran

Baldrian geh du voran

Von Natur aus gehören Ratschläge zu den Dingen, die man gerne weitergibt. Vorzugsweise ohne sich selber in Erwägung gezogen zu haben. Anatomisch lässt sich das gut begründen, denn der Mensch hat zwei Ohren. An einem Ohr rein und an dem anderen Ohr wieder raus. Als Kind lernt man so was ganz schnell.

Später, wenn man erwachsen geworden ist, kann man sich allerlei Ratschlägen nicht ganz so einfach entziehen. Manche sind auch darunter, die einem wirklich etwas bringen, wenn man sie beherzigt — auch wenn sie im Gegensatz zu wissenschaftlichen Erkenntnissen stehen.

So verhält es sich bei mir mit Ginko-Tabletten, die seit ein anderthalb Jahren auf anraten ein Freundin täglich schlucke. Obwohl meiner Ohrenarzt es für absolut überflüssig hält und die Wirksamkeit überhaupt nicht belegt ist, helfen mir die Ginko-Tabletten im Kampf gegen Tinitus. Dei Tabletten stammen nicht von einer dubiosen Internetseite, sondern lassen sich recht günstig bei einem bekannten Drogeriemarkt kaufen. Mag es auch ein Placebo Effekt sein, mir hilft es und darauf kommt es schließlich an.

Andere Dinge wiederum zeigen bei mir keine Wirkung. Gegen Schlaflosigkeit und Schwierigkeiten beim einschlafen empfahl mir meine Mutter Baldrian. Bei ihr würde es wirken. Um ganz sicher zu gehen, habe ich mir diese Woche Baldrian forte (700 mg Wirkstoff) gekauft und es ein paar Nächte lang getestet. Naturzeug geht, echte Schlaftabletten würde ich allerdings nicht schlucken.

Um es kurz zu machen: Baldrian wirkt bei mir in keiner Weise. Er beruhigt mich nicht und führt auch nicht dazu, dass ich schneller einschlafe, besser schlafe oder gar durchschlafe. Wenn es etwas auf natürlicher Basis gibt, was solche eine Wirkung hat, dann basiert es auf der Grundlage von Hopfen, aber das wäre dann wieder ein ganz anderes Thema. Und auch Anlass für Ratschläge ganz anderer Art.

Bla, bla längerfristig nehmen, um erste Wirkungserfolge zu erzielen und ähnliches. Die Packung mit 30 Tabletten werde ich noch aufbrauchen, schließlich möchte ich nicht, das Kinder aus der Siedlung den restlichen Baldrian aus der Mülltonne rausfischen. Wobei, wenn ich es mir recht überlege, wäre es keine so schlechte Idee, wenn das Zeug in Kinderhände fällt. Vielleicht wird die Bande dann wirklich mal ruhiger draußen — selbstverständlich handle ich verantwortungsvoll, aber das setzen wir ja voraus.

Was ich noch erwähnen wollte zum Thema Kürbis und Kürbiskernöl. Das hilft auch nicht, habe ich früher ausprobiert. Mir wird davon lediglich schlecht und ich muss dann nachts aus ganz anderen Gründen dringend ins Badezimmer.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren