Soweit der Akku trägt

Soweit der Akku trägt

Da der gestrige Tag wettertechnisch eher weniger überzeugen konnte, nutzten meine Frau und ich den Ostermontag zu einer klassischen Tätigkeit: faulenzen auf dem Sofa. Für mich die Gelegenheit, mit „In einer Person“ warm zu werden (was für ein flacher Wortwitz).
Wie dem auch sei, heute lockte die Sonne und so wurde die für gestern geplante Fortsetzung unserer Karfreitags-Wanderung fortgesetzt. Von Königsdorf nach Buir. Auf dem Jakobsweg ging es dabei bis Blatzheim, dort folgten wir einer eigenen Route, um zum S-Bahnhof in Buir zu gelangen — für uns ist die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel immer sehr entscheidend.

Der offizielle Teil des Jakobsweg führt mitten durch Kerpen, nicht nur die Geburtsstadt von Michael Schumacher, sondern vor allem die Stadt, aus der Adolph Kolping stammt. Ein sozial engagierter katholischer Priester und Gründer der nach ihm benannten Kolpingwerke.

Kurz hinter Kerpen, am Rande der Strecke, sieht man Baukräne und ahnt, was hinter dem Hügel entsteht. Manheim-neu. Eine aus dem Erdboden gestampfte Siedlung, weil das alte Manheim dem Tagebau Hambach weichen muss. Schaut man sich die Dimensionen von Hambach auf der Karte an, gibt es nur einen passenden Ausdruck dafür: Irrsinn. Beim nächsten Mal, so haben wir uns vorgenommen, werden wir uns diesen Irrsinn aus der Nähe ansehen.

Da war der Akku noch voll
Da war der Akku noch voll

Auf den insgesamt 23 Kilometern sind wir die letzten 4 mehr oder weniger blind, ohne Navigationshilfe gelaufen. Eigentlich war mein iPhone voll aufgeladen — Push-Mitteilungen sollte ich unterwegs wohl abschalten. Und eigentlich hätte der Akku dennoch lange genug bis zum Ziel durchhalten sollen, zumal ich heute wesentlich weniger Fotos gemacht habe. Tja, und außerdem habe ich ja das externe Ladegerät dabei. Das wollte heute aber unter keinen Umständen mein leeres iPhone aufladen. Entweder ist der Akku selber leer, oder aber, was ich befürchte, kaputt.

Den Bahnhof haben wir trotzdem gefunden. Pfadfinder wissen, dass eine Bahnhofsstraße meistens nicht zufällig so heisst. Von der beeindruckenden Wasserburg Blatzheim habe ich leider keine Bilder mehr machen können. Die Abwägung zwischen Foto und Weg fiel mir recht leicht. Immerhin, wir werden diese Strecke auf jeden Fall spätestens dann noch mal wandern, wenn wir den restlichen Jakobsweg bis nach Aachen absolviert haben.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren