Risikofaktoren beim Essen

Risikofaktoren beim Essen

Mein letztes Erlebnis mit verderbenden Essen ist schon ein paar Monate her, den Geruch der verdorbenen Rindfleischsuppe werde ich dennoch noch eine ganze Zeit lang in Erinnerung haben. Vermutlich wird er erst durch eine gelungene und wohlriechende Suppe überschrieben.

Andererseits scheint das Erlebnis vom ersten Weihnachtsfeiertag schon wieder so lange zurück zu liegen, dass ich notwendige Verhaltensmaßnahmen im Umgang mit verdorbenen Lebensmittel bereits wieder vergessen habe. Wäre dem nicht so, hätte ich mich am vergangen Mittwoch anders verhalten. Ursprünglich standen „Spanische Spaghetti“ auf unserem Speiseplan. Allerdings sind das immer nur Optionen, es besteht zwischen meiner Frau und mir die Vereinbarung, dass wir durchaus davon abweichen können, wenn einer von uns beiden so gar keine Lust auf das Gericht hat. Bei der Wochenplanung versuche ich immer, einen guten Mix zwischen neuen und bekannten Gerichten hinzubekommen. Wir kaufen (auch mangels Auto) grundsätzlich nie für die gesamte Woche im Voraus ein, so das spontane Änderungen auch nie ein Problem sind.

Jedenfalls, kurz vor meiner Ankunft am Mittwoch Abend und Köln rief mich meine Frau auf dem Handy an, um sich etwas anders, bekanntes zu wünschen. Spontanität bei der Auswahl eines neuen Gerichtes ist dank mobil verfügbarer Rezeptsammlung nicht das Problem, ich suche schnell etwas heraus, was zu unserer Stimmung passte und sich auch schnell kochen lassen würde. „Chili con Rumpsteak“ haben wir auch schon öfter gemacht, es hat nach unserem alten Wertungssystem sogar drei von möglichen drei Sternen.

In Nippes gingen wir nach meiner Ankunft dann schnell noch einkaufen, bekamen auch alle notwendigen Zutaten. Bei der Zubereitung des Fleisches fiel mir dann ein käsiger Geruch auf, der vom Rumpsteak ausging. So sollte das eigentlich nicht riechen. Noch mal auf das Preisetikett schauen Schnitt ich das Stück Rumpsteak tapfer in Stücke – in der Hoffnung, der Geruch würde beim Braten schon verfliegen. Ordentlich gewürzt wurde das Fleisch von mir dann auch noch.

Ja, ich weiß, so was ist unsagbar dämlich und naiv. Im tiefsten inneren wusste ich eigentlich schon beim schneiden, dass das Rumpsteak nicht mehr gut war. Eine Mischung aus Geiz und Bequemlichkeit hinderte mich dran, gut 600g Rumpsteak einfach in den Müll zu werfen beziehungsweise umgehend wieder einzupacken und im Laden zu reklamieren (er hätte sogar noch auf gehabt).

Ein solches Verhalten ist in Bezug auf Essen ein absoluter Risikofaktor. Insbesondere dann, wenn man die eigentlich verdorbenen Lebensmittel nicht nur kocht, sondern auch noch verzehrt. An dem Tag hatte ich zum Glück einen etwas robusteren Magen. Meine Frau hat es leider weniger gut, der darauf folgende Tag war für sie dann somit wie gelaufen. Dennoch, alles recht harmlos in Anbetracht dessen, was noch hätte passieren können.

Nach einem Tag mit dem ekligne Gefühl und Geruch in der Nase – so was hält sich erstaunlich – sind wir dann am Freitag Steak essen gegangen. Klingt merkwürdig, hat aber im Gehirn etwas positiv umprogrammiert, so dass ich (mit gutem Fleisch) das Chili auch jederzeit wieder machen könnte.

Reklamiert habe ich unseren Kauf dann auch noch, es gab eine ehrlich gemeinte Entschuldigung. Ersetzt bekommen wir das Rumpsteak dann in der kommenden Woche auch noch, ich bin dann mal gespannt in welcher Form.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren