Sockenkiller

Sockenkiller

Einem Mythos nach soll es ein Monster geben, welches unsichtbar in jeder Waschmaschine haust und Socken frisst. Selbstverständlich nicht ein vollständiges Paar, sondern im jeweils nur eine Socke. Am Ende eines Waschvorgangs hat man dann Einzelsocken, die nicht zueinander passen.

Selbstverständlich gibt es Tricks, mit denen man versuchen kann, das Sockenmonster zu überlisten. Zum Beispiel eine Sockenklammer, mit denen Paare gebündelt werden. Oder aber, in dem man wie ich grundsätzlich nur unifarbene Socken kauft, am besten dann noch im Zehnerpack. Verschwinden dann einzelnen Socken, kann man sich neue Paare zusammenstellen. So zumindest der Grundgedanken in unserem Haus.

Die ganzen Plänen, um das Sockenmonster zu überlisten, wurden aber in den letzten Monaten zunichte gemacht. Socken verschwinden bei uns nicht mehr in der Waschmaschine, sie beenden vor unseren Augen ihr Leben. Mittlerweile sind wir bei einer Haltbarkeit von gerade mal zwei Wochen angekommen, unabhängig von Marke, Preis und Qualität der Socken. Eine ganze Zeit lang hatten wir die Waschmaschine im Verdacht. Möglicherweise, so unsere Überlegung, hat sich das Sockenmonster eine neue Strategie einfallen lassen und knabbert nur noch von unten an den Socken. Völlig ohne derartige Phantasie wäre die Vermutung, das etwas scharfkantiges in der Waschtrommel zum überschnelle Verschleiss der Socken führt.

Andere Parameter, wie ungewöhnliche Schuhe oder ähnliches gibt es bei uns nicht — dachten wir. Sich alle zwei Wochen einen ganzen Stapel neue Socken kaufen zu müssen, nervt irgendwann nicht nur, sondern geht auch ins Geld. Also bin ich noch mal alles durchgegangen, was sich auf das Leben einer Socke so auswirkt. Und siehe da, ich bin dem Rätsel auf die Spur gekommen. Sowohl meine Frau als auch ich nutzen unsere Hausschuhe (in meiner Kindheit hieß das Pantoffeln) eigentlich nur dann, wenn wir die Wohnung verlassen Also zum Beispiel wenn wir kurz runter gehen, um den Müll raus zu bringen oder aber die Wäsche im Keller zu aus dem Trockner zu holen.

In der Wohnung selber laufen wir (insbesondere ich) im Sommer barfuß und im Winter eben auf Socken herum. Bisher war das nie ein Problem. Nur haben wir auch bisher nie in einer fast vollständig gefliesten Wohnung mit Fußbodenheizung gewohnt. Die Heizung ist unschuldig — zumindest behauptet sie da nach wie vor. Die Fliesen sind zu glatt, um als Ursache in Frage zu kommen. Jedoch, die Fliesen liegen nicht nahtlos aneinander, zwischen ihnen sind Fugen. Und in unserer Wohnung (das Thema Handwerker hatten wir ja schon häufiger hier im Blog…) sind die Fugen verdammt scharfkantig. Läuft man auf Socken herum, wirken die Fugen, nun ja, wie Schmirgelpapier. Mit dem Ergebnis, dass die Socken von unten ordentlich aufgeraut werden, bis man an der Fußsohle ein kaltes Gefühl hat, nachschaut und die Löcher in der Socke als Ursache dafür entdeckt.

Jetzt könnte ich ganz einfach in Hausschuhe durch die Wohnung laufen. Als 1/8 Hobbit empfinde ich so etwas allerdings als unnatürliche Einschränkung. Daher bewege ich mich jetzt über die Fliesen so, wie man das früher als Kinder bei Bürgersteigen macht. Immer von Platte zu Platte hüpfen und niemals auf die falsche Stelle treten. Überwältigt vom Erfolg meiner Methode werde ich mir jetzt erstmal wieder neue Socken kaufen gehen.

2 Replies to “Sockenkiller”

  1. Winter? Fußbodenheizung? Was ist das denn für neumodischer Kram?
    Ich bin zuhause immer barfuß in der komplett gefliesten Wohnung unterwegs. Nein, Teppiche haben wir auch nicht…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren