Volle Regale

Volle Regale

Kommt man bei mir zu Hause ins Wohnzimmer und gehört nicht zur Sorte Mensch, die selber gern und viel Brettspiele spielen, bewegt man sich erstmal ein kleines Stück zurück zur Tür. Zu erschlagend wirkt auf Unbedarfte  der Anblick  DES REGALS. 

Sammelleidenschaft
Sammelleidenschaft

Mitunter schleicht sich bei mir angesichts des ungläubigen Staunens das Gefühl ein, nicht ganz normal zu sein. Wer hat schon so viele Spiele im Regal? Erst durch einen Beitrag von Melanie in der Facebook-Gruppe Gesellschaftsspiel  wurde mir wieder bewusst, dass ich nicht völlig bekloppt bin — oder zumindest nicht der Einzige mit diesem Sammel-Tick. Es gibt noch andere, die ihre Schätze in Regalen unterbringen. Stolz wurde auf die Frage

Wie lagert ihr Eure Gesellschaftsspiele? Verschlossen in Schränken, offen in Regale, kreuz und Quer verteilt in der Wohnung …

Fotos gepostet. Ein schöner Einblick in die Sammlungen andere und in ihre Systematik des Lagerns. Hochkant stellen oder Schachtel auf Schachtel auf Schachtel, so wie bei mir — jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Die Schachtel übereinander zu stellen, so habe ich gelernt, drückte die Kartons ein beziehungsweise sorgt dafür, dass die Deckel sich spreizen. Daher versuche ich, die schwereren Kartons eher unten zu lagern.

Einfach ein Spiel herausgreifen funktioniert bei meiner Stapelordnung auch nicht. Die Hochkant-Methode ermöglicht bequemen Zugriff auf die einzelnen Schachteln, ohne das eine von ihnen gequetscht wird. Allerdings gibt es eine Menge Spiele, deren Schachteleinsatz so konzipiert wurde, dass der Inhalt nur ordentlich untergebracht ist, wenn die Schachtel im Regal liegt.

Ja ich weiss, das sind Sorgen, die der Selten-Spieler nicht hat. Ein Spiel des Jahres plus eine Spielesammlung mit Halma, Schach und ähnlichem nehmen wenig Platz weg — und lassen sich fast in jeder Art und Weise lagern. Merkwürdig nur, dass es nach dem ersten Schrecken, wenn man auf den Besitzer eines gut gefüllten Regals stößt, immer zur selben Frage kommt:

Sag mal, verleihst du auch Spiele?

Auch wenn ich ungern Menschen vor den Kopf stoße, ist meine Antwort mittlerweile unmissverständlich negativ. Ich mag meine Spiele, wirklich. Dazu gehört auch der pflegliche Umgang, insbesondere mit Sammlerstücken. Den eigene Maßstab im Umgang mit Spiel- und Material kann und darf man nicht voraussetzen. Ist doch nur ein Spiel — eben nicht.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren