Vandalismus Alaaf!

Vandalismus Alaaf!

Als ich heute morgen endlich im ICE saß, ging mir eine Frage auch den Kopf: „Was soll man von so einem Tag eigentlich noch erwarten?“ Meine Laune befand sich bereits am Tiefpunkt.Und dabei hatte noch richtig Glück gehabt, über den ICE erwischt zu haben. Gut es war zwar der nach Berlin, der auch an der Milchkanne Düsseldorf-Flughafen hält, aber immerhin ein ICE. Den ICE Richtung Dortmund, den ich sonst immer nehme, hatte ich nämlich verpasst. Nicht etwa weil ich getrödelt hatte auf dem Weg zu S-Bahn in Köln Nippes. Sondern weil in Köln-Nippes heute morgen keine S-Bahn Richtung Hauptbahnhof fuhr.

Ein paar Gleise weiter konnte man dabei zusehen, wie S6 und S11 vorbei rauschten. Kein Halt in Köln-Nippes. Auch mehrere anderen Haltestellen unterwegs hatte es wohl erwischt. Eine Durchsage informiert über „Vandalismus an der Strecke“, der wohl Ursache für die Störungen im Betriebsablauf war. Bei mir stört so was ganz erheblich den Tagesablauf.

Verzweifelt tippte ich noch auf der Bahn-App herum, um zu erkennen, wann denn der nächste Zug Richtung Hauptbahnhof fahren würde. Der einzige Vorschlag, der mir gemacht wurde war der, doch bis Worringen (in die Gegenrichtung) zu fahren und dort dann in die S6 einzusteigen. Gute Idee, fand ich. Der Bahnhof im Worringen hat den Charme einer öffentlichen, nie geputzten Toilette. Zudem kommt man von dort mit keinem anderen öffentlichen Verkehrsmittel wieder zurück in die Innenstadt von Köln. Zumindest nicht Zeitnah und ohne Umwege.

Um nicht bis mittags auf dem Bahnsteig zu stehen, beschloss ich daher, in den sauren Apfel zu beißen und mit der Stadtbahn zu fahren. Dazu mußte ich allerdings quer durch Nippes zur Haltestelle Lohsestraße. Hätte ich vorher von den Ausfällen gewusst, wäre das von der Wohnung aus wesentlich schneller gegangen.

Unterwegs, fluchend über die Vandalen, erfreute ich mich an dem Umstand, zumindest die Strickjacke heute morgen nicht angezogen zu haben. Mir war bei dem Zwangsspaziergang schon so warm genug.

Unten im Tunnel der Haltestelle musste ich dann nur zwei Minuten auf eine volle U-Bahn warten, bevor es damit weiter ging zum Ebertplatz. Von dort konnte ich direkt in die wartende Bahn gegenüber springen (ich musste lediglich einen in der Tür stehen bleibenden Mann zur Seite stoßen).

Am  Breslauer Platz dann raus, Treppen hoch und rein in den Bahnhof. gerade noch rechtzeitig, um die Einfahrt des eingesetzten ICE’s mit zu bekommen und um mir dort einen freien Sitzplatz zu erobern.

Die noch beim Frühstück verspürte Restmüdigkeit war vollständig verfolgen. Die Wut blieb allerdings. Daher schämte ich mich nur ganz wenig, als ich den Artikel „Stockhiebe für Deutsche“ in der SZ las und mir dabei vorstellt, was man mit den Vandalen machen sollte. Die in Singapur verurteilten Deutschen hatten dort Waggons mit Graffiti besprüht.

Aber im Ernst, Stockhiebe bring da gar nichts. Ich bin da für eine Form der Wiedergutmachung, die im Zusammenhang mit der Tat steht. Die Waggons mit einer Zahnbürste von den Graffiti befreien, zum Beispiel. Für Köln wünsche ich mir so was schon länger. Und wenn ein Zug auf Grund von Vandalismus an der Strecke ausfällt, möchte ich bitte schön von den verantwortlichen in einer Sänfte zum Bahnhof getragen werden.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren