Aus Eigenverantwortung zum Zeitungsleser werden

Aus Eigenverantwortung zum Zeitungsleser werden

Der Tweet vom letzten Wochenende geht mir noch immer nicht aus dem Kopf. Je länger ich über die Aussage nachdenke, desto merkwürdige finde ich das, was möglicherweise dahinter steckt. Keine Ahnung von Steuern, Miete oder Versicherungen zu haben — steckt da möglicherweise so was wie eine Konsumhaltung dahinter? Serviert mir bitte alles Wissen in angenehmen Häppchen, so das ich es auch verdauen kann. Eigenverantwortung für das Leben bleibt da auf der Strecke.

Wie bereits am Freitag festgestellt, wurde mir und meinen Mitschülern auch nicht beigebracht in der Schule, wie eine Steuererklärung anzufertigen ist. Ohne das einer von uns einen bleibenden Schaden davon getragen hätte. Was uns aber vermittelt wurde ist das, was neudeutsch unter dem Begriff des „lebenslangen Lernens“ durch die Bildungslandschaft weht. Lebenslanges lernen setzt aber voraus, selber aktiv zu werden.

Der einfachste Weg und das habe zumindest ich aus der Schule und meinem Elternhaus mitgenommen, ist der über eine handelsübliche Tageszeitung (gut, es gibt da auch die Boulevard-Presse, aber die Unterschiede lernt man auch in der Schule) ist da eine gute Basis. Darin finden sich nämlich nicht nur Nachrichten, sondern auch Informationen, die das tägliche Leben betreffen. Allein die Kinderseite vom Kölner Stadt-Anzeiger würde Naina ein paar Dinge des praktischen Lebens lehren können — wenn sie denn regelmäßig Zeitung liest.

Im Wirtschaftsteil, Wissensteil und im Bereich Mietmarkt (sowie dem Magazin) des KSTA, wenn wir denn im Wohnort der Schülerin bleiben, erfährt genügen, um die Disziplinen Steuer, Miete und Versicherungen zu meistern. Sie auf die Schule zu berufen und zu meckern, man habe außer Gedichtinterpretationen nichts gelernt ist bequem. Und zeigt doch nur, dass man für die wesentliche Dinge einfach nicht aufgeschlossen genug war.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren