Sieben Tage danach

Sieben Tage danach

Seit den letzten zweieinhalb Jahre gehört ein Pfeifen in meinen Ohren, mal links mal rechts mal auf beiden Seiten, zu meinem ständigen Begleiter. Mal ist es etwas stärker ausgeprägt, dann gib es aber auch Phasen der Ruhe. Etwas in den Griff bekommen habe ich es durch Selbstmedikation, durch die Einnahme von Ginko-Tabletten. Zumindest dachte ich. Über Weihnachten sind die Öhrgeräusche nicht besser, sondern schlimmer geworden. Mit jedem Tag mehr glaubte ich, endlich an dem Punkt angelangt zu sein, wo es endlich wieder besser wird. Wurde es aber nicht.

Letzte Woche Sonntag kam dann der „große Knall“. Auf dem rechten Ohr hörte ich nichts mehr. Ohr warm halten und andere Hausmittel halfen auch nicht mehr. Auf so was wie Spontanheilung setzend ging ich abends mit der Hoffnung im Bett, am nächsten Tag wäre alles wieder beim alten. In gewisser Hinsicht war es das auch, denn während ich schlief, hatte sich nichts verändert. Es folgten einige Arztbesuche, eine Krankschreibung für zunächst eine Woche und in der kommenden Woche weitere Arzttermine.

„Freuen“ darf ich mich wohl bereits jetzt auf eine 24-Stunden Blutdruckmessung. Bei der ersten Messung am vergangene Montag lag der nämlich bei 170. Alles andere als gut und wenn mein Hausarzt richtig liegt, wohl ein möglicher Auslöser für den Tinitus.

Zwar höre ich rechts mittlerweile wieder etwas, aber wirklich normal ist das noch nicht. Genaueres werde ich dann bei HNO-Arzt erfahren. Bei dem war ich schon mal, vor besagten zweieinhalb Jahren, habe das dann aber leider schleifen lassen. Was soll ich sagen, Arzttermine sind nicht so mein Ding, meistens gehe ich erst dann zum Arzt, wenn ich den Kopf unterm Arm habe.

Für mich steht in diesem noch sehr jungen Jahr auf jeden Fall fest, dass ich ein paar Dinge dringend ändern muss, ansonsten wird sich meiner Gesundheitszustand weiter verschlechtern.

5 Replies to “Sieben Tage danach”

    1. Zirkulin Ginko mit Kupfer und B-Vitamin (gibt es bei dm) — hilft, aber wenn es ernsthafter wird, doch besser zum Arzt (siehe oben…)

  1. Dann hoffe ich mal für Dich, dass es kein Hörsturz war…denn dann wäre es ein fataler Fehler Deines Hausarztes Dich erst über 1 Woche später zum HNO-Arzt zu schicken… Der sollte möglichst direkt behandelt werden um am Besten auszuheilen.
    Und für mich Amateurin, die aber einen solchen Hörsturz schon fast direkt mitbekommen hat, hören sich die Anzeichen schon danach an…aber der HNO-Arzt wird sicher weiterhelfen.

  2. Mein Tinnitus hat sich im Sommer 2001 so richtig bemerkbar gemacht, da mußte ich einige Tage krankheitshalber das Bett hüten – da fiel mir das Dauergeräusch so richtig auf.

    Ich habe dann einige HNO-Ärzte konsultiert, alle möglichen Untersuchungen von CT über Blutdruck und so weiter und so fort mit- und durchgemacht.

    Lange Rede, kurzer Sinn: Da nicht wirklich festmachbar ist, woher der Pfeifer im Hirn kommt, und mir die HNO-Ärzte auch mitgeteilt haben, dass die Aussicht auf wirkliche Heilung (=Stille) so in etwa 50:50 liegen (oder so habe ich das durch das Pfeifen vernommen), habe ich mich damit abgefunden, zu der Hälfte mit der endogenen Dauerbeschallung zu gehören.

    Am einfachsten ist es, den Tinnitus wie einen lästigen Sitznachbarn in der U-Bahn wahrzunehmen – irgendwann steigt er auch wieder aus.

    Mein Tinnitus legt sich manchmal ganz, manchmal übertönt er fast alles – aber nur in bestimmten Frequenzen: So verstehe ich fast alles, was im Radio gesagt wird, beim Fernsehen kommt manchmal nur NSA-Krypto in der Hörzentrale an.

    Ich würde jedenfalls abklären, ob ein Hörsturz vorliegt oder eine akute Erkrankung – sobald aber einmal die Diagnose „Tinnitus“ lautet, bleibt nach meiner Erfahrung nur mehr der lästige Sitznachbar.

    Alles Gute und hoffentlich gehörst Du zu der Hälfte, die „stillgelegt“ werden kann.

    1. Ich fürchte auch, dass es auf Dauer darauf hinauslaufen wird, mich damit abzufinden. Wobei, gegen den deutlich zu hohen Blutdruck lässt sich auf jeden Fall etwas machen.

      Was mich bei Tinitus eigentlich am meisten irritiert ist die Menge derjenigen, die davon betroffen sind.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren