Letzte Weihnachten, Szene XI

Letzte Weihnachten, Szene XI

Erwartungsvoll blickten die Mitarbeiter aus der Runde ihren Vorgesetzten an, wohl weniger in Erwartung einer Rede denn einer anderen Form der Zuwendung, wie Lars mutmaßte. Vielleicht gab es Moderatoren des Senders, die vorher etwas geahnte hatte, so wie die Auftraggeberin von Lars. Was dann aber tatsächlich im Restaurant passierte, hätte sich wohl niemand vorgestellt.

Der Mann, den alle ansahen, schob seinen Stuhl zurück, stand auf, griff zu seiner Jacke und stürmte anschließend aus dem Restaurant. In der Stille, die er hinterließ, hätte man eine Tannennadel fallen hören können. Der Kellner trat an den Tisch. Anders als die daran sitzenden sah er überhaupt nicht überrascht aus.

„Ich soll ihnen das hier überreichen.“

Den Stapel mit Umschlägen überreichte er dem ihm am nächsten sitzenden Redakteur. Jeder Umschlag trug maschinengeschrieben den vollen Namen des jeweiligen Adressaten.

„Das wäre doch nicht nötig gewesen“, witzelte ein Mitarbeiter rechts neben Lars und öffnete seinen Umschlag in Erwartung von ein paar fetten Scheinen. Darin steckte jedoch ein mehrseitiges Schreiben. Schon beim lesen der ersten Zeile wurde der Nebenmann von Lars auffällig blass, dass man dies selbst bei der weihnachtlichen Beleuchtung erkennen konnte. Sein Stuhl fiel um als er kurz darauf zur Toilette rannte. Lars folgte ihm. Weniger aus Sorge, denn eine Möglichkeit suchend das Restaurant zu verlassen, bis der letzte Umschlag verteilt worden war.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren