Interview mit der Herzkönig

Interview mit der Herzkönig

Der Bedarf an Mittagsschlaf in den letzten Tagen ist weniger der Möglichkeit geschuldet, es zu können — weil ich Urlaub habe — sondern Ergebnis einer deutlichen Mehrbelastung. Anders gesagt, ich habe mir dieses Jahr in der Vorweihnachtszeit etwas zu viel zugemutet. Auf der anderen Seite hat es auch verdammt viel Spaß gemacht, ein paar Dinge zu ändern und dafür Zeit zu investieren. Plätzchen wollten gebacken werden, da es auf unseren Süßigkeitenteller überwiegend selbstgemachtes geben soll. Für das Fondue am 1. Weihnachtsfeiertag wird es ausnahmslos selbstgemachte Saucen geben. Mir ist das wichtig, da ich vieles von den Fertigsachen weniger gut vertrage. Außerdem, wenn man schon das Brot dazu selber macht, warum dann nicht auch die Saucen. Bevor aber jemand fragt, nein, im nächsten Jahr werde ich keine Tiere selber schlachten, dass überlasse ich anderen. Die Gefahr, mich dabei zu verletzten wäre wohl auch zu groß.

Auch wenn die Tage etwas anstrengend waren, ist es mir gelungen, Sachen rechtzeitig in Angriff zu nehmen. Manches von den Vorsätzen für das neue Jahr bedarf etwas an Vorarbeit. Wenn ich wie geplant die Süddeutsche Zeitung wieder abonnieren will, bedarf es an anderer Stelle ein herzhaftes „Kopf ab!“, wie die Herzkönigin bei Alice im Wunderland sagen würde. Gestern bereits ist mir förmlich der Kragen geplatzt. Man kann über Udo Jürgens wirklich unterschiedlicher Meinung sein (und ich teile da auch die Ansicht einer Krimi-Autorin was bestimmte Verhaltensweise des verstorbenen Sängers angeht), aber so einen schlechten und lieblosen Nachruf wie in der KSTA-App hat Udo Jürgens sicherlich nicht verdient.

Wie der Artikel heute zu Joe Cocker (hat sich da oben jemand eigentlich andere Musik zu Weihnachten gewünscht? Man könnte das fast vermuten…) gewesen ist, wollte ich dann schon nicht mehr wissen. Die Entscheidung ist im Grundsatz vor ein paar Tagen gefallen. Also schrieb ich meine Kündigung:

seit Juli habe ich die Digitale-Ausgabe des KSTA im Abo. Anfangs noch getragen von der Hoffnung, die App auf dem iPad würde kontinuierlich weiterentwickelt und verbessert werden, bin ich nunmehr, kurz vor Jahresende, ziemlich ernüchtert. Meiner Meinung nach ändert sich nichts. Dabei ist die sowohl die Qualität der App als auch inhaltliche Zusammenstellung der Artikel etwas, was dringend überarbeitet werden sollte. […]

Um es kurz zu machen: Hiermit kündige ich zum nächstmöglichen Termin mein Abbo des Kölner Stadt-Anzeigers. Ich bitte Sie darum, mir die Kündigung zu bestätigen und den Termin zu benennen.[…]

P.S.: Sollte sich die App vom KSTA eines Tages wirklich weiterentwickelt habe, werde ich gerne noch mal über den Bezug des KSTA nachdenken.

Das war es, das Ende einer Passionsgeschichte. Irgendwie passend zu Weihnachten. So, und jetzt geh ich und stopf mich mit selbstgebackenen Plätzchen voll, bis ich die Bestätigung meiner Kündigung bekommen habe.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren