Vier Wände, eine Burg

Vier Wände, eine Burg

Derzeit wohne ich mit meiner Frau in der Stellwerk 60 Siedlung in Köln Nippes. Das wird, auf Grund des von uns unterschriebenen Mietvertrages, auch noch mindestens die nächsten zwei Jahre so sein. Wir hatten mit der Vermieterin eine entsprechenden Klausel vereinbart. Unsere Absicht derzeit ist es, so lange noch hier wohnen zu bleiben, bis sich die Möglichkeit auf eigene vier Wände ergibt.

Deshalb bin ich schon seit ein paar Monaten sensibilisiert in Bezug auf das Thema Immobilien. Berichte in der Zeitung zur Entwicklung des Wohnungsmarktes werden von mir genauso aufmerksam verfolgt wie Gespräche darüber von Mitreisenden. Je mehr ich dabei in Erfahrung bringe, desto größer wird bei mir die Verunsicherung. Immobilien sind eine Wissenschaft für sich.

Selbst die Politik hat sich inzwischen dem Thema angenommen, die Große Koalition hat die Einführung einer Mietpreisbremse beschlossen. Mittlerweile bin ich mir persönlich gar nicht mehr so sicher, ob dieses Instrument tatsächlich den gewünschten Erfolg haben wird oder das genaue Gegenteil bewirken wird. Wohnraum wird auch weiterhin knapp sein. Gleichzeitig liegt jeder Wohnraum auch potentiell im Wettstreit mit einer möglichen gewerblichen Nutzung — dazu später mehr.

Hier in Köln habe ich meine ganz eigenen Erfahrungen mit Immobilien bereits ganz am Anfang nach dem Umzug aus Bielefeld sammeln können. Unsere erste Wohnung in Köln suchten wir über die üblichen Portale, von Bielefeld aus. So was ist mit ziemlichen Aufwand verbunden, denn man kann nicht mal eben zu einer Wohnungsbesichtigung fahren. Daraus ergibt sich auch, dass man der Beschreibung der Wohnung in der Anzeige mehr oder weniger hilflos ausgeliefert ist. Es gibt keinen Filter, der die Angebote von vornherein aussortiert, die auf Grund persönlicher Präferenzen nicht in Frage kommen. Selbst ausführliche Angebote kann man als Laie, der nicht mal die Situation vor Ort kennt, beurteilen. Für uns war das ein echtes Handicap. Entsprechend war dann die erste Wohnung ein ziemlicher Reinfall. Hier hätte ich mir wirklich jemanden an unserer Seite gewünscht, der objektiv berät. Bei der jetzigen Wohnung hatten wir, so muss ich zugeben, ziemliches Glück gehabt. Genau das darf es aber nicht sein, Glück. Die Entscheidung für eine Wohnung oder eine Immobilie sollte niemals vom Glück abhängen, allein schon wegen der mit einem Umzug verbundenen Kosten.

Die falsche Immobilie führt in den meisten fällen zu unnötigen Belastungen, die einen bedeutenden Lebensbereich betreffen. Und das auch im gewerblichen Sektor. In diesem Punkt erinnere ich mich noch ganz gut an den Standortwechsel meines derzeitigen Arbeitgebers. Die Suche nach einem neuen Büro vor etwas über fünf Jahren verlief deutlich schwieriger als zunächst angenommen. Bei gewerblich genutzten Immobilien ist zudem die voraussichtliche Entwicklung der Firma ein nicht zu vernachlässigender Faktor bei der Auswahl eines Objektes. Wird Wachstum angestrebt, kann die falsche Immobilie zu einem richtigen Bremsklotz werden, vor allem dann, wenn Mietverträge mit längerer Bindungsfrist daran hängen.

Nach vielen Anläufe über Anzeigen und diverse Webseiten war es auch hier wieder Glück, welcher der Firma ein neues Büro verschaffte. Ein Mitarbeiter fuhr auf dem Weg nach Hause zufällig an einem leerstehenden Ladenlokal vorbei. Das Objekt passte, auch wenn Umbauarbeiten notwendig waren. Zudem hatte es noch Kapazitäten für personelle Entwicklung der Firma. Bei weiteren Räumen bestand die Möglichkeit, diese hinzu zu mieten —obwohl sie damals noch als Wohnraum genutzt wurden. Genau das meinte ich weiter oben mit der Konkurrenz zwischen Gewerbe und Nutzung eines Objektes als Wohnraum. In Köln sieht man das auch in den einzelnen Veedeln unterschiedlich stark ausgeprägt. Wohnraum weicht einer Kindertagesstätte oder auch einer Internetagentur, wie bei meiner Firma in Essen.

Zurück aber zum Glück. Für die Suche nach einer neuen Immobilie gibt es viele Möglichkeiten. Zeitungen, die bekannten Portale oder aber auch Spezialisten, die es verstehen, rund um das „Produkt“ Immobilie zusätzliche Dienstleistungen anzubieten. Der Vorteil solcher Spezialisten liegt auf der Hand. Durch die Betreuung bei der Suche erhält man genau das Objekt, welches am besten zu den eigenen Bedürfnissen passt.

Das lässt sich für ein mögliches Szenario meiner Firma gut durchspielen. In Düsseldorf wohnt und arbeitet nicht nur ein guter Freund von mir, sondern die Landeshauptstadt ist auch potentiell interessant für zukünftige Projekte der Agentur. Wir sind dort etwas breiter aufgestellt und mehr als nur eine reine Internetagentur. Als künftiger Standort würde sich Düsseldorf aus meiner Sicht anbieten, da er mehrere Vorteile hat. Die Agentur würde sich näher zu einem unserer IT-Dienstleister befinden und könnte durch repräsentative Büroräume neue Kundenkreise erschließen. Erfahrungen mit Düsseldorf gibt es bereits mit einem anderen Geschäftszweig, bei dem sich die Wahl des Standorts als richtig erweisen hat.

Wie aber würde man zu einem neuen Büro in Düsseldorf kommen? Entweder über Zeitungsanzeigen oder — stopp, ich hatte ja schon angedeutet, was ich für den richtigen, den besseren Weg halte. Der würde in diesem Fall über einen Spezialisten der Gewerbebranche führen, der die Immobiliensituation in Düsseldorf kennt. Nur so wäre die Suche nach einem für die Firma passenden Objekt auch mit dem notwendigen Erfolg verbunden. Ganz ohne den Faktor Glück. Für meine Firma hätte dies auch den Vorteil, Büroräume zu bekommen, die für den Kundenkontakt geeignet sind. Etwas, was man als Dienstleister im Agenturgeschäft grundsätzlich nicht unterschätzen darf.

Fazit:Der Immobilienmarkt erlebt eine spannende Zeit. Entwicklung der Preise und Flächen müssen beobachtet werden. Das gilt sowohl für private als auch firmengenutzte Objekte. Die Beobachtung und Vermittlung sollte man Experten überlassen, es sei denn, man ist selber bereit einen großen Teil der Zeit zu opfern. Wie sich meine Firma künftig entscheiden wird bei der Objektsuche, kann ich nicht voraussagen. Wohl aber weiß ich, dass meine Frau und ich für unser Projekt „eigene vier Wände“ externe Hilfe einholen werden.

2 Replies to “Vier Wände, eine Burg”

  1. Mh, wir suchen seit ein paar Monaten ja auch nach eigenen vier Wänden. Praktischerweise hier in der Umgebung, sodass wir uns die Objektive vor Ort angucken können.

    Nervig ist, wenn die Inserate auf den einschlägigen Portalen nur dürftige Informationen aufweisen – ein fehlender Grundriss zum Beispiel, oder wenn entsprechende Angaben über ein Haus nicht korrekt in die dafür vorgesehenen Felder eingetragen werden, sodass man mit einem Suchfilter auf „Häuser mit Keller“ dann doch das ein oder andere Objekt verpasst, weil sich der Keller nur im Fließtext findet. Das müsste nicht sein. >.<

    1. Für uns hat die heiße Suchphase zum Glück noch nicht begonnen, wir sind aber schon dabei, mögliche Ort ins Auge zu fassen. Köln ist da ja unbezahlbar, aber das Bergische oder die Eifel wären eine Option. Für mich stellt sich dann die Frage, ob ich dann noch in der bisherigen Form nach Essen pendeln will oder mir lieber was in der Nähe suche…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren