Hat er wieder was unterschrieben

Hat er wieder was unterschrieben

Allgemeine Geschäftsbedingungen zu lesen ist genauso außer Mode gekommen wie das Studium von Datenschutzbedingungen vor der Nutzung eines neuen Angebots. In der nach wie vor analogen Welt unterschriebt man parallel zu diesem Verhalten mitunter etwas, bevor man sich das Kleingedruckte richtig durchließt. Vielleicht sogar, weil man von falschen Bedingungen ausgeht oder aber ein bestimmtes Stichwort eine sofortige Handlung auslöst, deren Konsequenzen einem erst viel später bewusst werden.

Bevor weiter fortfahre, möchte ich explizit betonen, dass das oben stehende Geschrieben selbstverständlich eine dramatische Übertreibung ist. Zumindest bei dem aktuellen Fall. Weder bekomme ich einen Satz mit dem Fuß gestrickter Handtücher noch ein Dauerlos der Aktion MorgensBlind. Ich hab mich nur auf einer Liste eingetragen. Es ging weder um den Erhalt von Kölns Mülleimern noch um die Aufstellung von beheizten Parkbänken oder zur Abwechslung seriöser Anliegen. Ganz banal hatte ich verstanden, mich als Interessent für Spieleabende in der Nachbarschaft einzutragen, Veranstaltungsort wäre das neue Kaffe-Kessel, welches sich in den Räumlichkeiten der zu Nachbarn60 gehörenden Mobilitätszentrale befindet.

Für mich, der gerne spielt, insbesondere eben auch Brettspiele, schien das eine gute Gelegenheit zu werden, obwohl die Treffen unter der Woche stattfinden sollten. Das Kaffee-Kessel erreiche ich von Zuhause zu Fuß in weniger als drei Minuten. So was ist Pendler-Kompatibel.

Kommen wir von der Theorie zur Praxis. Aus einem Interessenten wurde so eine Art Ehrenamtlicher, der mit organisierte und auch Spiele mitbrachte. Einen Grund, mich zu beschweren gibt es auf keinen Fall, den die Sache macht verdammt viel Spaß. Wenn Spiele wie Camel Up oder Bohnanza auf dem Tisch kommen, wird es turbulent und lustig. Ich für meinen Teil kann bei so was deutlich besser vom Arbeitsalltag abschalten als wenn ich zum Beispiel Fernsehen gucken würde.

Den offenen Spieletreff jeden Donnerstag ab 19:30 im Kaffee-Kessel der Stellwerk Siedlung in Nippes kann ich jeden Nachbarn wärmstens empfehlen. Selbstverständlich nicht vollständig ohne Eigennutz, denn je mehr Spieler kommen, desto besser wird das. Vor allem aber lassen sich bestimmte Spiele erst richtig in größerer Runde spielen. Es besteht auch bei mir die Hoffnung, auf diese Weise Spiele kennen zu lernen, die ich bisher noch nicht auf meinem Radar hatte. Oder die ich zwar schon mal ausprobieren wollte, bisher sich jedoch nie eine Gelegenheit dafür fand.

Und vielleicht, eines Tages, finden sich Menschen zusammen, mit denen man mal das gute alte Advanced Civilization von Avalon Hill spielen kann.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren