Vorsätze für das neue Jahr — Betaversion

Vorsätze für das neue Jahr — Betaversion

Normalerweise erstelle ich am Ende eines Jahrs keine Liste mit Vorsätzen für das neue Jahr. So wird es auch diesmal sein. Dennoch wird es ein paar Dinge geben, die ich mir fest vornehme — und aus denen dann hoffentlich etwas wird. Ein paar Sachen würde ich schon ganz gerne ändern würde.

So neige ich in bestimmten Fällen dazu, ungeduldig zu werden. Das macht sich immer dann bemerkbar, wenn der Zentralprozessor eines Mitmenschen deutlich schlechter getaktet ist (umgangssprachlich nennt man so jemanden auch begriffsstutzig, wobei das eine eher ungenaue Zuschreiben ist) als meiner. In solchen Momenten sehe ich dann vor meinen Augen eine Sanduhr oder den Mac OS X Ball. Man kann seinem Gegenüber beim denken zusehen. Bei mir führt das dazu, Sachen vorweg zu nehmen, um den Prozess abzukürzen und zu beschleunigen. Das macht einem nicht immer nur Freunden.

SZ-Beta
SZ — ausgereift und lesefreundlich

Auf der anderen Seite gibt es jedoch durchaus Momente, wo ich mir erheblich weniger Geduld wünschen würde. Hier ist Geduld meistens eine Form von Nachsicht, verbunden mit der Hoffnung, alles würde sich noch mal zum Guten wenden. Also so eine Art „Warten auf Godot“ für Fortgeschrittene. Mein Lieblingsbeispiel in dieser Hinsicht gab auch den Ausschlag, das Thema überhaupt in einem Blogartikel aufzugreifen.

Man ahnt es schon, wieder einmal ärgerte sich der Herr Boley über den Kölner Stadt-Anzeiger. Heute morgen waren es gleich eine Reihe von Problemen. Die Ladegeschwindigkeit der Seiten innerhalb er App auf dem iPad ist spürbar schlechter geworden (und nein, ich werde nie wieder den Offline-Modus nutzen, den Speicher vom iPad vollmüllt). Es fehlten wieder mal Artikel, dann gab es Text und Bilder aus zurückliegenden Ausgabe. So was passiert allenfalls bei einer frühen Alpha-Version aber nicht bei einem Produkt, für das man echtes Geld verlangt.

Mit meiner Geduld habe ich mich mit dem Zustand ja bereits abgefunden, schließlich lade ich mir kurz nach dem Frühstück das PDF, um dies dann im Zug zu lesen. Die PDF-Version entspricht dabei der gedruckten Zeitung. Heute allerdings war der Domain für die Bereitstellung E-Paper Ausgabe nicht zu erreichen. Erst am späten Vormittag konnte ich im Büro das PDF dann endlich laden. Da ich im Zug nicht auf eine Zeitung verzichten wollte, kaufte ich mir die heutige Ausgabe der Süddeutsche Zeitung als digitale Version. Das ging nicht nur schnell, sondern die Ausgabe wurde im heimischen WLAN vollständig geladen, so dass ich die Zeitung ohne Internetzugang im Zug lesen konnte.

Mittlerweile hat die Süddeutsche Zeitung viele Funktionen, die ich immer noch beim KSTA vermisse. Zusätzlich ist man beim SZ-Verlag auch so vorausschauend, dass man eine App für iPhone und iPad anbietet. Der Leser kann also auch auf dem kleinen Format die Zeitung weiter lesen. Sehr praktisch in S-, U- oder Straßenbahnen. Ausgereift wirkt auch die Webseite für Abonnenten, zeitung.sueddeutsche.de, auf der man den vollen Zugriff auf die digitale Ausgabe hat. Die Webseite sieht nicht nur gut aus, sie funktioniert auch hervorragen. Und das trotz des Hinweises, es würde sich noch um eine Beta-Version handeln.

Meine Geduld wird damit auf eine harte, aber notwendige Probe gestellt. Die letzten Wochen des Jahres schaue ich mir das Elend noch an, suche parallel dazu alternative Möglichkeiten, mich über das Geschehen in Köln zu informieren, bevor ich dann das KSTA-Abo kündige. Mich morgens beim Frühstück nicht mehr ärgern lassen, das wäre auch so ein Vorsatz für das neue Jahr. Vielleicht werde ich durch eine andere Zeitung auch ein gelassenerer Mensch, der seinen Mitmenschen selbst dann noch zuhört, wenn andere längst eingeschlafen sind.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren