Wandern in Nippes

Wandern in Nippes

Nicht immer kann es der Kölnpfad oder die nahe Eifel sein, denn es gibt einfach auch Wochenenden, wo Anfahrten nicht ins Programm passen. Was einem dann als Trostpflaster bleibt, ist die nähere Umgebung. Mit kommot kann man anhand weniger Vorgaben eine Route zusammen stellen. Etwa 12 Kilometer schwebten mir gestern für eine Tour vor der Haustür am Sonntag Nachmittag vor. Eingestellt hatte ich mich schon auf karges Industriegebiet, bis mir dann bereits auf der Karte klar wurde, dass nördlich von Nippes ein See und Naturschutzgebiet liegen. Das bezog ich bei der Planung mit ein.

Herausgekommen ist eine Strecke, die recht grün ist, an interessante Orte führt und sich fast wetterunabhängig gut wandern lässt — gemütliches Spazierengehen ist auch möglich, nur dann wir man etwas länger als zwei Stunden unterwegs sein. Mit dem Autoverkehr kommt man dabei nur punktuell richtig in Berührung.

 

ginsterpfad-10-2014Der Nordfriedhof ist dabei naturgemäß genauso ruhig wie die Gegend um Ginsterpfad, wenn man mal von den vielen Sonntagsausflüglern absieht. Mein persönliches Highlight auf der Strecke war die Brachflächen im Norden. Sehr still, kaum Spaziergänger. Ein verwunschener, wilder Fleck inmitten von Köln.
Der Heckhofweg dagegen ist merkwürdig bis gruselig. Ab der Bahnbrücke ist er Richtung Süden für den Autoverkehr einseitig gesperrt. Man kann mit dem Auto zwar bis fast zur Brücke fahren, weiter ab nicht. Dadurch ist nahezu kein verkehr auf der asphaltierten Straße, sie wirkt ausgestorben. Trotzdem hat man permanent das Gefühl, im Rücken würden plötzlich Autos auftauchen, wenn man auf der Straße läuft.

Wirklich starke Nerven braucht man allerdings erst auf dem letzten Stück der Strecke durch die Kleingartenkolonie im Bilderstöckchen. Hier sind es weniger die Mitmenschen auf den Wegen, die einen nervös machen, sondern bei gutem Wetter der unverschämt leckere Geruch von Gegrilltem, der einem von den zahlreichen Grundstücken in die Nase weht.

Fazit des kleinen Ausflugs in die nähere Umgebung: Manchmal darf es auch Nippes sein!

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren