Im Glashaus beim KSTA

Im Glashaus beim KSTA

Der Spruch, „Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen“ ist mir durchaus geläufig. Und wenn es um das Thema sinnentstellende Tippfehler geht, bin ich auch alles andere als ein Laie. Schludrige Rechtschreibung macht keinen guten Eindruck und sich dafür mit dubiosen gründen wie „wurde im Zug geschrieben“ oder „hatte keine Zeit für Korrekturen“ verbessert es auch nicht unbedingt. Immerhin, ich bekomme für keinen meiner Artikel Geld und niemand muss für das Lesen meiner Texte etwas bezahlen — außer vielleicht etwas Lebenszeit, die er benötigt, um sich durch meine Sätze zu kämpfen. Aber das passiert dann freiwillig, hoffe ich zumindest.

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KSTA digital vom 6. Oktober 2014

Anders sieht es bei Produkten aus, für die man zahlt. Das Thema Kölner Stadt-Anzeiger hatte ich an dieser Stelle bereist mehrfach in anderen Zusammenhängen. Normalerweise lese ich über Fehler und fehlende Worte wunderbar hinweg, sowohl bei meinen eigenen Texten als auch bei fremden. Man könnte es auch als Geniestreich meines Gehirn bezeichnen, sich von Fehlern nicht irritieren zu lassen.

Heute Morgen jedoch, wir erinnern uns, ich lese den Kölner Stadt-Anzeiger zum Frühstück digital auf der iPad App, war ignorieren unmöglich. Innerhalb von zwei Absätze zwei Auffälligkeiten. Im zweiten Satz fehlt dabei mehr als nur ein Wort. Natürlich muss es bei Nachrichten manchmal schnell gehen. Fehler passieren, klar. Aber in dieser Summe kommt man ins Grübeln. Ist es mangelnde Sorgfalt in der Redaktion? Fehlt es an Personal? Krankheitsbedingte Ausfälle? Gegen letzteres spricht die Beobachtung meiner Frau, dass der heute Tag keinen Einzelfall darstellt.

Mir drängt sich der Eindruck auf, dem KSTA fehle es an der notwendigen Ernsthaftigkeit für ihr digitales Produkt. Als Abonnement der reinen digitalen Ausgabe muss man glauben, diese wäre nicht nur günstiger, sondern eben auch billiger — in jeder Hinsicht. Dabei würde eine Zeitungs-App enormes Potential bieten. Ob man es nutzen kann ist mindestens genau so spannend wie die Frage, ob man es überhaupt nutzen will.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren