Pulsbeschleuniger

Pulsbeschleuniger

Wirklich, ich finde das Call a Bike eine prima Sache ist. Insbesondere an Abend wie den vergangenen Donnerstag, wo ich hätte über 12 Minuten auf ein U-Bahn nach Nippes warten müssen, nur um von dort aus noch rund 15 Minuten nach hause laufen zu müssen. Mit dem Rad habe ich knapp 10 Minuten gebraucht — für die gesamte Strecke.

Gut, wir lassen die Frage nach der Fahrtüchtigkeit unter den Tisch fallen. Oder besser doch nicht. Ich war, wie es so schön heisst, angeheitert. Durchaus noch deutlich unter 1 Promille und damit außerhalb jeglicher strafrechtlicher Relevanz. Selbst wenn man hinterher darüber bloggt, sollte man so was im Hinterkopf haben. Darum soll es hier aber nicht gehen. Diese Strecke brachte ich unfallfrei hinter mich, stellte das Rad am Häuschen der Spardabank vor der autofreien Siedlung ab.

Direkt vor die Haustür wäre zwar bequemer gewesen, hätte mich aber 5 Euro Strafe gekostet, da das Rad dann außerhalb des zulässigen Bereiches gestanden hätte. Wie man das Call a Bike richtig zurückgibt, weiß ich auch noch im Schlaf. Und so war ich mir also ziemlich sicher, alles richtig gemacht zu haben, als ich längst nach 24 Uhr den Schlaf der Gerechten antrat — dachte ich.

Der Freitag kam, wir wanderten (wie gestern zu lesen ist), der Freitag bequemte sich, zu vergehen, während wir X-Men: Days of Future Past sahen (nebenbei erwähnt, ein schlechter Teil, selbst wenn man logische Fehler nicht als Maßstab nimmt). Mittendrin hörte ich aus dem Arbeitszimmer ein „Pling!“. Eindeutig eine eingegangene SMS. Nur das ich um diese Uhrzeit eigentlich nie SMS bekomme. Also Film angehalten und aufs iPhone gestarrt.

So was kann den Puls beschleunigen
So was kann den Puls beschleunigen

Gestarrt ist, wenn man so eine Mitteilung bekommt, wirklich zutreffen. Noch mal Schuhe angezogen, Jacke übergeworfen und auf dem Weg zum Sparda-Häuschen gemacht. Dort stand das Fahrrad noch. Es blinkte weder ein rotes Licht, was ein ausgeliehenes Fahrrad im Pausenmodus anzeigt noch irgendeine andere Farbe. Na gut, dachte ich mir, ich öffne es einfach noch mal und schließe es erneut ab, vielleicht habe ich ja wirklich gestern nicht so aufgepasst. Dumm nur, dass der Öffnungscode nicht funktionierte. In dem Zusammenhang merkte ich dann auch, dass das Rad in der Call a Bike App nach wie vor als ausgeliehen angezeigt wurde.

Nächster Versuch, Rad neu ausleihen. Vielleicht war es ja ein Softwarefehler. Ging auch nicht, da das Rad ja systemintern als immer noch ausgeliehen betrachtet wurde. Dann ersuchte ich, die Hotline zu erreichen, wo bei mir schon klar war, an einem Feiertag nach 22 Uhr keinen erreichen zu werden. Die Annahme erwies sich auch als korrekt.

Wieder zu Hause, schickte ich dann über die App eine Fehlermeldung raus. Mit einem leicht komischen Gefühl legten wir uns dann später ins Bett. Auch 24 Stunden nach dem Ausleihen wurde das Fahrrad noch als ausgeliehen in der App angezeigt. In der Nacht verschwand es dann aus der Gruppe „ausgeliehen“, tauchte aber nicht im Verlauf auf. Erst am frühen Morgen war es da zu sehen. Merkwürdiger Weise mit Kosten von 0 Euro, da die Fahrtdauer im Rahmen meines Tarifs gewesen war.

Trotzdem rief ich bei der Hotline an, erreichte sogar dort einen Mitarbeiter, dem ich mein Problem schilderte. Der arme Mann wo ganz offensichtlich etwas überfordert, versicherte mir jedoch, im System stünde das Fahrrad als zurückgegeben mit den bereits erwähnten Kosten von 0 Euro. Die SMS, so der Mitarbeiter, würde das System automatisch verschicken. So ganz glauben kann ich das nicht, denn es wäre nicht nur unlogisch, sondern wenn immer eine SMS verschickt würde, hätte ich schon häufiger welche bekommen müssen. Es war diesmal definitiv die erste ihre Art.

Auf die nächste Abrechnung bin ich mal gespannt — vor allem darauf, ob dort immer noch der gleiche Betrag für dieses Rad aufgeführt sein wird.

2 Replies to “Pulsbeschleuniger”

  1. Interessant! Ich kann nachvollziehen, dass das deinen Puls hochbringt. Bei solchen Problemen ist man immer der Kulanz des Anbieters ausgeliefert und wenn der felsenfest der Meinung ist, dass Du das zu bezahlen hast, dann ist man meist in den Hintern gekniffen. Solche doofen Systemfehler können das Kundenverhältnis ruinieren, auch wenn man weiß, dass es nicht böse gemeint war, man sich aber nicht ohne erhöhten Aufwand wehren kann.

    Was wäre gewesen, wenn die Bahn trotzdem meint Dir die Kosten über deinen Tarif in Rechnung zu stellen? Wer hat schon Lust sich gegen die automatische Inkassomaschinerie zu wehren während es dann hinterher um Summen geht, die sich schon für ein Gerichtsverfahren lohnen…

    Mich ärgert so etwas immer total. Die Anbieter sollen gefälligst eine doppelte Sicherung einbauen und selbst wenn aus dem Call a Bike eine Quittung rauskommt…

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren