Auf Rezept kochen — aber wie sammeln?

Auf Rezept kochen — aber wie sammeln?

Kochen gehört zu meinen Leidenschaften. Dabei bin ich kein Profi, sondern nur jemand, der lesen kann. Ein Rezept reicht zusammen mit den erforderlichen Zutaten aus, um nahrungstechnisch daraus etwas zu zubereiten. In den meisten Fällen gelingt das auch ziemlich gut — oder auch befriedigend, denn es macht satt und schmeckt. Mehr will man eigentlich schon gar nicht.

Rezeptsammlung in Evernote
Rezeptsammlung in Evernote

Wobei sich über die Jahre eine Unmenge an Rezepten ansammeln. Handschriftliche Notizen, Ausschnitte aus Zeitungen, Kochzeitschriften und Rezepte aus den über 2 Meter Kochbüchern, die ich angeschafft habe — um Kochbücher in der Buchhandlung einen Bogen zu machen, fällt mir extrem schwer. In den letzten Jahren verstärkt hinzugekommen sind Rezepte, die ich irgendwo im Internet gefunden habe. Mit anderen Worten also ein Chaos.

Auf Chaos reagiere ich von meiner Grundeinstellung her empfindlich, versuche es nach Möglichkeit in den Griff zu bekommen. Was die Rezepte anbelangt, habe ich bereits verschieden Möglichkeiten ausprobiert. Die bisher einfachste, aber auch unübersichtlichste Methode ist die, alles zu kopieren und in Ordner abzuheften. Recht früh entstand der Wunsch, die Rezepte digital zu erfassen. Ein erster unrühmlich Versuch führte über ein bekanntes Layout-Programm. Das war mehr als nur unpraktisch.

Rezepte in Paprika
Rezepte in Paprika

Was dann folgte, vollzog sich immer parallel zu den Versuchen, meiner anderen Ideen und Notizen digital in den Griff zu bekommen. Together, Yojimbo, Bento, DEVONthink — und schließlich landete ich bei Evernote, auch für meine Rezepte. So verfuhr ich in den letzten zwei Jahren, wobei sich eine zunehmende Unzufriedenheit einschlich. Evernote Food sieht zwar als App auf mobilen Geräten schick aus, wird aber offensichtlich nicht mehr weiterentwickelt. Eine Kategorisierung der Rezepte fehlt ebenso wie die Unterstützung von deutschen Rezeptseiten.

Innerhalb von Evernote selber findet man zwar schnell ein Rezept, allerdings griff ich bei der Menüplanung doch immer wieder lieber zu den analogen Rezeptordnern. Unterwegs, klar, da ist der Zugriff auf Rezepte in Evernote klasse. Zumindest wenn man Internet hat. Vor zwei Wochen beschloss ich, mich erneut auf die Suche nach einer Lösung für die Rezepte zu suchen. So gerne ich auch Evernote nutze, für meine Rezepte scheint es nicht die perfekte Lösung zu sein (Anstoss war wohl auch meine Umstellung auf die Erinnerungen von Apple bei den Aufgaben).

Monatsplanung in Paprika
Monatsplanung in Paprika

Besonders groß ist die Auswahl nicht und so landet ich schnell bei einem Programm, über welches ich früher schon mal gestolpert war. Paprika. Mittlerweile gibt es das Programm auch für iOS, inklusive einer Sync-Option, bei der alle Daten dann auch offline auf dem Gerät zur Verfügung stehen. Allein das war bereits für mich Grund genug, das Programm zu kaufen. Die weiteren Feature ergänzen meine Menüplanung perfekt. Rezepte in einer Monatsübersicht zusammenstellen so wie benötigte Zutaten per E-Mail verschicken oder direkt in Erinnerungen exportieren.

Jeder Systemwechsel ist zwangsläufig immer mit Arbeit verbunden. Über 300 Rezepte wandern nicht über Nacht in eine neue Applikation, sondern wollen von Hand übertragen werden. Mittlerweile liegt die Arbeit hinter mir, dank zuverlässiger Lieferangaben von DHL…

Je mehr ich die App nutze, desto genialer erscheint sie mir. Zugegeben, das Programm kostet etwas und zwar für jede Plattform extra. Es ist hier aber keine exorbitante Summe, über die wir hier reden, sondern gerade einmal 29 Dollar. Das sind etwa zwei gute Kochbücher. Wer immer auch nach eine Lösung für Kochrezepte sucht, dem kann ich Paprika nur wärmstens empfehlen — eine Windows-Version wird derzeit auch entwickelt.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren