Streaming mit Aussicht

Streaming mit Aussicht

Gerade ein paar Tage nutzen wird erst Netflix und schon zeigen sich gewisse Präferenzen. Die Serie „Defiance“ ist zwar wirklich ganz nett, aber wenig überraschend. Möglicherweise ist es auch ein Fluch, den ich mir selber eingehandelt habe. Je intensiver man sich mit der Heldenreise und Büchern wie Die Kraft des Mythos beschäftigt, desto häufiger erkennt man eine immer wieder kehrende Blaupause.

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Wirklich originelles gibt es wohl nur sehr selten. Und vermutlich ist das für den Massengeschmack auch überhaupt nicht notwendig. Bei mir jedoch setzt langsam so etwas wie Langeweile ein, gerade bei amerikanischen Serien und Filmen ist diese besonders stark. Es gibt bei Netflix jedoch auch einen kleinen Teil mit deutschem Filmen und Serien. Unter anderem findet sich da „Mord mit Aussicht„, eine Serie, von der gerade die dritte Staffel in der ARD läuft.

Die ersten beiden Staffeln kenne ich noch nicht, insofern ist es ganz praktisch, die Lücke auf diese Weise schließen zu können. Aber was ist „Mord mit Aussicht in aller Kürze? Eine Krimiserie, die in der Eifel spielt. Auch hier findet man selbstverständlich bekannte Erzählmuster vor. Die Kommissarin, die aus der Großstadt aufs Land versetzt wird und sich dort bewähren muss, um wieder zurück in die Stadt zu dürfen — und möglicherweise im Verlauf der Serie feststellt, dass ihr die Eifel doch viel besser gefällt.

Im Unterschied zu amerikanischen Serien gibt es bei „Mord mit Aussicht“ jedoch ein paar Merkmale und Eigenschaften, die mir gefallen. Spritzige Dialoge, ein Setting, welches nachvollziehbar ist, markante Figuren und vor allem gute Schauspieler. Großartig: Caroline Peters und Bjarne Mädel. Selbst die Nebenrolle sind toll besetzt. Die Fälle selber hauen nicht vom Hocker (gleichwohl es interessant ist, wie sie aufgebaut sind), es ist vielmehr die Spannung, die zwischen den Figuren vorhanden ist.

Wer den Vorbericht zur dritten Staffel im Kölner Stadt-Anzeiger gelesen hat, weiß, dass es das Eifeldorf Hengasch so nicht gibt. Gedreht wurde an unterschiedlichen, nicht zusammen hängenden Orten und Plätzen in Nordrhein-Westfalen. Trotzdem wirkt es auf den Zuschauer wie aus einem Guss — glaubwürdig.

Fast hätte ich darüber ein wichtiges Detail vergessen. Ich schrieb „…die dritte Staffel in der ARD…“ — das was mir bei Netflix am besten gefällt, stammt aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen. So was sollte mir zu denken geben. Seit Beginn der dritten Staffel nehme ich diese ganz klassisch auf. Meine Aussicht beziehungsweise Prognose geht Richtung Notwendigkeit von Netflix für meinen Bedarf. Es sieht stark danach auch, dass wir nur dann den Probemonat um einen weiteren kostenpflichtigen Monat verlängern, wenn wir bis dahin nicht alle beiden Staffel von „Mord mit Aussicht“ gesehen haben.

Für den weiteren Film und Serienkonsum ist Netflix genauso wenig wie watchever notwendig. Besonders dann, wenn ich berücksichtige, wie häufig wir uns im Monat einen Film ausleihen, den es noch nicht im Abo gibt. Genau das was ich mit als Grund für den Ausstieg bei watchever angeführt habe, holt mich wieder ein. Streaming ist toll, aber irgendwie doch nicht mein Ding. Der Bildungsbürger schaut öffentlich-rechtlich oder gar nicht, weil er „Die Zeit“ noch zu Ende lesen muss bis zur nächsten Ausgabe.

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über Thomas Boley

Geboren wurde ich im Jahre des Herren 1971 in Wesel am Niederrhein – die Kommentare an dieser Stelle bezüglich des Bürgermeisters bitte verkneifen! Mein Verhältnis zu dieser Stadt würde wohl den Umfang dieser Seite sprengen. Nur soviel sei gesagt: Es ist durchaus durchwachsen, worin es sich aber nicht von meinem Verhältnis zu Bielefeld unterscheidet. Nach dem üblichen Werdegang (Kindergarten, Schule, Abitur, Zivildienst) und den üblichen jugendlichen Irrungen und Wirrungen verschlug es mich zum Studium nach Bielefeld verschlagen. 18 Jahre später ging es dann zurück an den Rhein, in die Domstadt Köln. mehr erfahren